Zahnrad aufschweißen

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udmoch
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Beitragvon udmoch » 09.02.2010, 20:57

Hallo zusammen,

ich habe Jahre in der Instandhaltung (Textil) gearbeitet. Die "Reparatur" von Zahnrädern war quasi Tagesgeschäft bei solchen "nicht Präzisionsteilen".
In der Theorie macht man das natürlich nicht so und geht eigentlich auch nicht etc., aber die Praxis sieht in solchen Fällen schon mal anders aus. Da das Kegelrad ja ohnehin schon kaputt ist, kann ja selbst ein mißglückter Versuch die Situation nicht verschlimmern, von der Arbetszeit mal abgesehen.

Ich würde folgendes machen:
Bei Stahl ganz normale Elektroden, es gibt auch welche zum "extra harten" Auftragsschweißen.
Bei Guß keine Elektroden sondern autogen auftragen (gibt extra Stäbe dafür) oder Stifte (Schrauben etc.) einsetzten und hartlöten bzw. Hartlot auftragen.
Guß ist prinzipiell schwieriger, insbesondere autogenes Schweißen muß man können.

Ich würde auf keinen Fall den alten Zahn wieder aufschweißen, sondern mit Elektrode auffüllen, dabei das Rad zwischendurch abkühlen.

Dann die Zähne so gut es geht schleifend (Flex, Dremel usw.) in Form bringen, dabei das Zusammenspile mit dem anderen Rad prüfen. Feilen könnte auf Grund der Härte der Schweißnaht ggf. schwierig werden.

Viel Erfolg und berichte mal, wie es gelaufen ist.

Gruß
Uwe
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Beitragvon SL-Fahrer » 09.02.2010, 21:08

Hallo zusammen,
ich will Euch einmal schreiben, was mir vor zig-Jahren ein altgedienter Lama-Schlosser zur Reparatur von ausgebrochenen Zähnen gesagt hat: Man hat in den Zahngrund Bohrungen eingebracht, Paßstifte eingepresst und ev. oben miteinander verschweißt. Damit entsteht praktisch keine Wärmeeinbringung in das Grundmaterial. Danach wurden die Stifte in die erforderliche Zahnform gefeilt bzw. geschliffen. Dieses Verfahren hatte sogar einen eigenen Namen -ein Zahnrad "stiften"- und war nach Aussage genauso haltbar wie ein neues, das speziell in der Nachkriegszeit entweder nicht lieferbar oder von einem Kleinbauern schlicht nicht zu bezahlen war.
Den kompletten Neuaufbau eines Zahnes durch Schweißen halte ich für problematisch, man könnte zwar die Wärmeeinbringung durch schweißen im Wasserbad gering halten, aber die durch die Schweißraupen entstehenden Zugspannungen wären beträchtlich und können zum Verzug oder einem Riß führen.
Gruß Franz
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Beitragvon tegl » 10.02.2010, 18:04

maxe hat geschrieben:Moin!
Sag mal "Hans-im-Glück" in welchem gläsernen Ingenieurs-Turm lebst Du eigendlich?? Mach mal ein paar Wochen Praktikum in einer normalen Landmaschinenwerkstatt! Ich glaube da werden Dir die Augen ausfallen :o
Schonmal was von "landwirtschaftlicher Luft" gehört? So eine Zahnradpaarung bei nem Schwader, zumal bei so einem alten Hund, ist in der Regel mit genügen Luft ausgestattet, dass man es behutsam nacharbeiten kann.
Das heißt nicht das ich behaupte das hier jemand dumm ist, sondern das sich mangels Erfahrung erst überhaupt nicht genügend Respekt vor dieser Zahnradtechnik einstellt.
Wer weiß wie ein Zahnradprofil funktioniert, der zieht eine solche Zahnradschweißreparatur erst überhaupt nicht in Betracht.


Hää? Was glaubst Du wohl, wenn da so ein alter Bauer kommt und Ich dem sage, ja das muss alles neu, weil sonst das Zahnradprofil nicht mehr funktioniert! Der kommt nie wieder!! Und deswegen musst Du nicht behaupten, dass solche Schlosser (mich eingeschlossen), die sowas flicken,weniger qualifiziert sind wie Ihre teiletauschenden Kollegen!


Ich würde eine normale günstige Stahlelektrode nehmen.

MfG Maxe


Hi

ich habe von 1988 bis 1991 ebnfalls Schlosser gelernt.

Bei uns hatten wir damals einen sehr passen Spruch:

Des Bauern letzter Rat ist Draht !!!!

Was Einige Bauern so alles mit Draht fest gebunden hat >>> Au weia <<<

ALso ich stimme maxe voll und ganz zu !!!
Gruß Ralf

gelernter MF Schrauber :-)
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Beitragvon Baumi » 10.02.2010, 18:28

Auch Ich würde aufschweißen.
Hab Mich auch schon mit der Zahnradgeschicht beschäftigt und ein Zahnrad mit ordenlich Spiel kann man denk Ich schon mal nachfeilen, bzw. schleifen.
Verstehe aber auch Hans im Glück, der denk Ich von Berufswegen her höhere Genauigkeit voraussetz.
Bei unseren Maschinen in der Arbeit wäre es ebenfalls undenkbar Zahnräder aufzuschweißen und jeder der sich ein Zahnrad schonmal genauer angesehen hat, sieht plötzlich Radien und Schrägen, die Ihm vorher nie aufgefallen sind.
Aber angesichts des Preises draufbruzeln.
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Beitragvon Traktorsammler » 10.02.2010, 21:51

Hallo,

habe beruflich mit Zahnrädern zu tun, bin aber trotzdem für das aufschweißenda es sich auch vom Preis her rechnet.
Verstehe Hans im Glück nicht wie man so aufbrausend sein kann nur weil jemand ein Zahnrad aufschweißen will.
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Beitragvon MFBastler » 10.02.2010, 21:59

Hi,
aufschweißen wurde ich es nicht!
Das mit der Gefügeveränderung stimmt schon und ist nicht außer acht zu lassen!
Wenn ihr jetzt einfach aufschweißt und es keine Spannungsrisse geben solte kann es immer noch passieren das euch der zahn unten an der Schweißwurzel rausreißt!
Das Zahnrad ist doch gewisse Kräfte ausgesetzt die auf jeden Zahn einmal wirken!
Ich würde ein Loch bohren und ein Gewinde schneiden!
Anschließen eine Schraube rein und dann erst aufschweißen!
So hast du einerseits eine Kraftschlüssige Verbindung und durch das Aufschweißen eine Schweißwurzel ins Materiall rein!
Wenn jetzt unter Last sich risse bilden solten wird der Zahn aber trotzdem halten!
Wenn auf der anderen seite vom Zahnrad genug Platz ist wurde ich auch dort das Gewinde der Schraube verschweißen!
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Beitragvon Traktorsammler » 10.02.2010, 22:07

Hallo,

wie sich das Gefüge nach dem Schweißen veränder ist in diesem Fall egal, da das Zahnrad vom schwader eh nur ein Paar PS übertragen muss. Wichtig ist nur das die Abkühlung nach dem Schweißen langsam erfolgen muss um Spannungsrisse zu vermeiden,d.h. der Schweißer sollte wissen was er da tut.
Das mit dem verstiften wäre mir zu umstänlich,denn gut Geschweißt hält genau so lange.
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Beitragvon Markus. » 11.02.2010, 18:04

Juhuu, endlich ein paar konstruktive Antworten auch!
Ja den Zahn wollte ich sowieso nicht mehr anschweißen, der ist sowieso hin, das wird ja auch nix.
Einfach langsam Raupe für Raupe und dazwischen immer wieder langsam abkühlen lassen. (Da brauch ich eine Parallelarbeit wie Sägeketten feilen dazu).
Schon klar, dass jeder Zahn einmal trägt, aber die Kraft ist ja beim Schwader nicht so groß, außer man kommt zu nah an die Hecke...

Im Übrigen stellt jede Bearbeitung eine negative Veränderung des Werkstoffes dar: Umformen, Zerspanen, Schweißen, immer bringt man ungünstige Spannungen in den Werkstoff ein...
Gruß

Markus
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Beitragvon MFBastler » 14.02.2010, 14:02

Einfach langsam Raupe für Raupe und dazwischen immer wieder langsam abkühlen lassen. (Da brauch ich eine Parallelarbeit wie Sägeketten feilen dazu).

Kein Problem!!!!!Schreib mir nur einfach deine Adresse und ich schicke dir ein Parr Ketten um die Zeit Tot zu schlagen
:wink:
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Re: Zahnrad aufschweißen

Beitragvon berkno » 29.10.2018, 17:12

Ist schon etwas her. Hat das mit dem schweißen geklappt? Habe jetzt das gleiche Problem. Kegelrad von unserem Kramer Bj. 1940
Wäre schön von Dir zu hören
Gruß Bernd
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Re: Zahnrad aufschweißen

Beitragvon GTfan » 29.10.2018, 17:36

Hallo Bernd,

die K30-Hinterachsen vom Kramer dürften sich eigentlich noch vereinzelt am Markt finden lassen.
Ein Aufschweißen des Kegelrades ist jedenfalls eine Lösung, die von 12 bis Mittag hält. Kegel- und Tellerrad unterliegen stärksten Beanspruchungen und müssen äußerst genau aufeinander gefertigt sein. Die erforderliche Genauigkeit wird man mittels Schweißen niemals erreichen können, das gibt nur neuen Bruch und erhöhten Verschleiß des Kegelrades.
Beim Themenstarter ging es um ein Kegelrad eines Schwaders, das ist etwas ganz anderes als die Kegel-Tellerradkombi beim Schlepper!

MfG
Fabian
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Re: Zahnrad aufschweißen

Beitragvon berkno » 29.10.2018, 17:56

Danke für die Info
MfG Bernd

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