Restauration Ritter Festanbau Winde

Alles über den Wiederaufbau und die Restaurierung eures Schmuckstücks.

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Restauration Ritter Festanbau Winde

Beitragvon Eicherfreund » 04.02.2017, 16:00

Hallo,

ich restauriere derzeit eine alte Ritter Festanbauwinde.

Um an den Getriebeseitigen Simmerring zu kommen, muss ich noch den Kupplungskorb abziehen.

Allerdings sitzt auf dem Korb eine art Nutenmutter, in welche ein Kugellager eingepresst ist.

Gibt es denn hierfür spezielle Werkzeuge oder ist hierfür ein Sonderwerkzeug erforderlich?

Der Durchmesser der Welle beträgt 50mm, der Abstand der gegenüberliegenden Nuten 52mm.

Die Nute selbst ist 9mm breit.

Die Länge der Welle beträgt 25 mm.

Hier mal ein Foto:

Bild
Zuletzt geändert von Eicherfreund am 04.02.2017, 17:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Werkzeug für Nutenschraube

Beitragvon Eicher-Diesel-13 » 04.02.2017, 17:17

Mein erstes Ergebnis bei Google:

http://www.ebay.de/itm/like/231812728006?lpid=106&chn=ps&ul_noapp=true

Und ja es gibt sogenannte Nutmutternschlüssel, oder auch Zapfenschlüssel. Die Bauernschmiedmethode wäre ein Austreiber oder ein Stück starkes Flacheisen und ein großer Hammer.

Mfg Tobi
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Re: Werkzeug für Nutenschraube Kupplungskorb Ritter Seilwinde

Beitragvon Eicherfreund » 04.02.2017, 17:27

Hallo Tobi,

die Bauernmethode hatte leider dies zur Folge:

Das Material ist verhältnismäßig dünn - 3 gute Flanken habe ich noch! :-)

Dazu kommt, dass ich mir nicht sicher bin, ob Rechts- oder Linksgewinde

Grüße Markus

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Re: Werkzeug für Nutenschraube Kupplungskorb Ritter Seilwinde

Beitragvon FlorianD » 04.02.2017, 19:22

Ich würd mir das Werkzeug aus einem Rest von einem Eisenrohr selber basteln. bisschen mit Trennschleifer, bisschen mit Schweißgerät und Fertig wäre so etwas.
Rohr bekommst du sicher bei einem Schlosser in der Nähe
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Re: Werkzeug für Nutenschraube Kupplungskorb Ritter Seilwinde

Beitragvon Deutz 4006 » 04.02.2017, 19:42

Hallo,

Alternativ könnte man die Mutter auch mit einem Durchschlag aus weichem Metall (z.B. Aluminium) versuchen zu lösen. Durch das weiche Metall gibt zuerst der Durchschlag nach, und nicht die Mutter. Diese bleibt bei dem Versuch unbeschädigt.
Viele Grüße

Simon


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Re: Werkzeug für Nutenschraube Kupplungskorb Ritter Seilwinde

Beitragvon Eicherfreund » 04.02.2017, 20:07

Hallo,

ein weiteres Problem ist, dass ich nicht weiß, ob Links- oder Rechtsgewinde. Der Kupplungskorb sitzt jedenfalls auf zwei Keilen. Von der Drehrichtung der Trommel wäre ein Linksgewinde sinnvoll. Mal sehen, ein entsprechendes Werkzeug kostet um die 20 €.

Ich werde mal bei Ritter nachfragen, ob die evtl was wissen.

Grüße Markus
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Re: Werkzeug für Nutenschraube Kupplungskorb Ritter Seilwinde

Beitragvon Eicherfreund » 04.02.2017, 20:12

Anbei noch ein paar Fotos von der "zerlegten" Winde.

Die meiste Zeit nimmt Reinigen und Wechseln der Simmerringe (8 Stück) in Anspruch.

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Re: Werkzeug für Nutenschraube Kupplungskorb Ritter Seilwinde

Beitragvon Deutz 4006 » 05.02.2017, 06:41

Hallo,

wenn man das erste Bild deines letzten Postes genauer anschaut sieht man innen an der Mutter ein Stück Restgewinde rausschauen, das mit Fett verschmiert ist. Wenn du das etwas reinigst kannst du anhand der Gewinderichtung bzw. in welcher Richtung die Gewindegänge aus der Mutter laufen feststellen, in welcher Richtung die Mutter aufgeht.Wenn sie entgegen dem Uhrzeigersinn auf der Sichtbaren Seite aus der Mutter laufen, dann ist es ein Rechtsgewinde, mit dem Uhrzeigersinn wäre es ein Linksgewinde. Mann kann es auf dem Foto nicht 100%ig erkennen, aber es sieht für mich wie ein Linksgewinde aus, das im Uhrzeigersinn ungefähr auf 8 Uhr ausläuft.
Viele Grüße

Simon


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Re: Werkzeug für Nutenschraube Kupplungskorb Ritter Seilwinde

Beitragvon Eicherfreund » 05.02.2017, 08:12

Hallo Simon,

danke für die Antwort. Leider ist überhaupt kein Gewinde zu sehen, da das besagte Teil aus einem Stück (einschließlich verpresstem Lager) besteht. Das Gewinde (entweder ist dies mit dem Kupplungskorb oder mit der Welle verschraubt) ist durch den äußeren Nutenkranz verdeckt. :-(

Grüße Markus
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Re: Werkzeug für Nutenschraube Kupplungskorb Ritter Seilwinde

Beitragvon Eicher-Diesel-13 » 05.02.2017, 11:39

Hallo Markus! Schönen Schätzchen haste da. Die Bauernschmiedmethode sollte eig. kein Ansporn sein, dieser hier zu probieren, sondern eher meine Ironie anpreisen.

Würde mir entweder selber was bauen oder eben passendes Werkzeug kaufen. Evtl. auch wie du schon sagtest bei Ritter mal anfragen, ob noch Unterlagen zu dieser Winde existieren.

Mfg Tobi
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Re: Werkzeug für Nutenschraube Kupplungskorb Ritter Seilwinde

Beitragvon Eicherfreund » 05.02.2017, 12:40

Hallo Tobi,

manchmal muss es halt die Bauernmethode sein - allerdings ist mir in diesem Fall das Risiko zu groß, dass ich etwas beschädige.

Ritter hat leider überhaupt keine Unterlagen mehr - die konnten mir nicht mal mehr sagen, um welchen Typ es sich handelt. Angeblich eine S4 oder S5 (A. Ritter, später Ritter und Söhne und jetzt nur noch Ritter) mit 4-5 Tonnen Zugkraft. Evtl. ist diese Winde noch aus der Zeit A. Ritter, also aus den 60 er Jahren) Ich werds jedoch mal probieren, ob mir der Mitarbeiter etwas über Links- bzw. Rechtsgewinde sagen kann.

Zur Winde: Das Teil ist wirklich äußerst hochwertig gebaut. Interessant, da die Winde über eine Totmannschaltung (bewusst oder nicht) verfügt. D.h. beim Losslassen des Aufsteckhebels wird ausgekuppelt und die Bremse rückt ein. Selbst die Überschneidung zwischen Bremse und Kupplung ist einstellbar. Zudem kann ich noch eine Klaue einschalten, welche automatisch verhindert, dass das Seil bei Last ausgezogen wird.

Mein Eicher Tiger II mit ZF a208 ist da schon gut bedient, alles in allem wiegt die Winde mit Schild um die 300 kg - allerdings wenn man bedenkt, dass jetzt schon an Quads mit entsprechenden Anhängern Rückewinden mit 3 Tonnen Zugkraft gehängt werden....

Wie gesagt, derzeit bin ich mitten im Zerlegen, Säubern und Abdichten. Anschließend werde ich die Winde bis zur wäremeren Jahreszeit auf Funktion testen und dann in schönem Eicher Alpenblau lackieren.

Anhand eines Schnellwechselsystems kann ich die Winde bei Bedarf allerdings auch wieder relativ schnell abbauen.

Grüße Markus
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Re: Werkzeug für Nutenschraube Kupplungskorb Ritter Seilwinde

Beitragvon Deutz 4006 » 05.02.2017, 12:51

Hallo,

Ich hab eine Farmi Winde aus den 80ern (Dreipunkt) mit 3 t Zugkraft, und hab damit (ohne Umlenkrolle am Schild unten) schon den fast 3,5 t schweren DX 3.50 an der Vorderachse ausgehoben. Von daher glaube ich nicht dass Quads eine Winde mit der Leistung wirklich voll nutzen können.

Wegen der Nutmutter: Wenn du einen passenden Schlüssel findest bzw. herstellst, dann kannst du einfach versuchen in welche Richtung die Mutter aufgeht (vielleicht zuerst in die die dir am wahrscheinlichsten erscheint - nach rechts bei Linksgewinde), wenn du nicht gerade mit 2 M Verlängerungsrohr arbeitest kann normalerweise nichts kaputt gehen.
Viele Grüße

Simon


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Re: Werkzeug für Nutenschraube Kupplungskorb Ritter Seilwinde

Beitragvon Eicherfreund » 05.02.2017, 13:05

Hallo,

da bin ich mir auch sicher, dass die Leistung nicht voll genutzt werden kann.

Allerdings wenns Leute gibt, welche so was kaufen....:-)

Grüße
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Re: Werkzeug für Nutenschraube Kupplungskorb Ritter Seilwinde

Beitragvon Eicherfreund » 07.02.2017, 22:06

Hallo zusammen,

mittlerweile bin ich weiter gekommen.

Nach einem Telefonat mit der Fa. Ritter habe ich erfahren, dass es sich bei der "Nutmutter" um gar keine Nutmutter handelt. Ich musste lediglich zwei Abziehschrauben in die beiden Gewindebohrungen einschrauben und der Antriebsteil auf der Achse konnte abgezogen werden. Dieser ist auf die das Bauteil mit den 4 Nuten lediglich aufgesteckt.
Nun kanns mit der Abdichtung weitergehen.

Fotos folgen!

Grüße Markus
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Re: Werkzeug für Nutenschraube Kupplungskorb Ritter Seilwinde

Beitragvon Eicherfreund » 11.02.2017, 22:16

Hallo,

den Kupplungskorb konnte ich mittlerweile abziehen. Das dahinter befindeliche Lagerschild war natürlich total mit Fettresten, Tannennadeln (die Winde stammt aus dem Schwarzwald :-) und sonstigem Schmutz verklebt. Auch ein Zeichen, dass es notwendig ist, den Simmerring zu wechseln. Insgesamt sind ja 8 Dichtringe an der Winde verbaut - und es wäre ja schade, wenn nach dem Lackieren noch Öl herausläuft.

Durch das eingefüllte Fließfett (ich gehe jedenfalls mal davon aus, da die Brühe sehr zähflüssig war) war der obere Getriebekasten ziemlich angerostet (sieht man auf dem Bild mit dem Schneckenrad), sodass sogar Rostpartikel abgeblättert sind. Das Schneckenrad habe ich heute ausgebaut und konnte so gut an die entsprechenden Stellen kommen. Mit dem vorgeschriebenen Öl (SAE 140) wäre dies nicht passiert, da es die obere Wandung besser konserviert hätte. Kann jedoch auch sein, dass die Korrosion durch die lange Standzeit hervorgerufen wurde. Mittlerweile bin ich mit den Reinigungsarbeiten so gut wie fertig und es geht wieder an den Zusammenbau (Bilder folgen noch).

Die größte Herausforderung ist jetzt noch, die Winde am Getriebe anzuflanschen. Hierzu muss ich eine Flanschplatte ans Getriebe anpassen, auf welche dann die Winde gesteckt und mittels Bolzen befestigt wird (siehe Foto).

Ich habe noch eine 2. Flanschplatte, welche nicht so verbohrt ist! :-)

Die Platte muss ich so ans Getriebe anbringen (die vorgegebenen Löcher passen natürlich nicht), dass ich die Winde sauber auf die Zapfwelle aufstecken kann.

Hat jemand einen Tipp, wie ich die vorhandenen Gewindebohrungen meines ZF a208 Getriebes auf die Flanschplatte zum Bohren übertrage???

Ich habe mir überlegt, dass ich mir von einem befreundeten Dreher Stifte, welche passgenau in die vorhandenen Gewindebohrungen von meinem Getriebe passen, anfertigen lasse. Das noch herausragende Ende verjüngt sich dann, sodass ich mittels einer Schablone aus PVC Material (alter PVC Boden) und eines Hammers einen Abdruck machen kann.

Hier noch das Foto der Adapterplatte:

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