D-Check EKL15/II

Alles über den Wiederaufbau und die Restaurierung eures Schmuckstücks.

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Sam67
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Re: D-Check EKL15/II

Beitragvon Sam67 » 04.09.2017, 17:39

Hallo Leute,
gestern habe ich gegen Abend eine Bestandsaufnahme des Getriebes gemacht. Ich glaube, da kommt der nächste Kraftakt auf mich zu.
Bei Ablassen des Getriebeöls kam zuerst eine volle Ladung Wasser raus, erst danach ein wenig Getriebeöl. Muss das Regenwasser der Jahre (bei defekter Manschette am Schalthebel) gewesen sein.

Das Differenzialgetriebe schaut ja noch halbwegs passabel aus. Man sieht nur anhand des Rost genau, wo das Wasser aufgehört und der Rest Getriebeöl angefangen hat.
Bild

Nicht so schön sieht das Schaltgetriebe aus. Der erste Bllick über den Seitendeckel rein hat gezeigt, dass da zumindest ein Zahnrad mit halber Fläche steht.
Bild

Beim Blick nach hinten bin ich mir nicht so ganz sicher...
Bild

Nachdem ich den Deckel oben weggenommen habe, konnte ich die Sachlage auch von oben ansehen.
Bild
Welcher Gang ist das?

Im ganzen Vorbereiten zum Abschleppen hatte ich bemerkt, dass die Gänge R, 2 und 4 geschalten werden konnten. Die Gänge 1, 3 und 5 bekam ich nicht rein. Kann das mit dem defekten Zahnrad zusammenhängen?

Beste Grüße,
Sam
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Re: D-Check EKL15/II

Beitragvon Shockwave » 04.09.2017, 20:46

Wow, ein echter Enthusiast. :!:

Mach nur weiter mit der Bebilderung/Erklärung deines Projektes. Ein echtes Motivationspapier :D
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Sam67
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Re: D-Check EKL15/II

Beitragvon Sam67 » 04.09.2017, 22:19

Hallo,
habe gelernt ...geteiltes Leid ist halbes Leid...
Wird schon stimmen ;-)
Beste Grüße,
Sam
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Re: D-Check EKL15/II

Beitragvon 3085 » 05.09.2017, 09:45

Moin,

Zuerst bitte folgendes prüfen:
Schaltstangen mit Schaltgabeln ausbauen und an Hauptwelle wackeln. Sicher sagen kann ich dir schon mal, dass das Gangrad von 4/5 Gang (Zähnezahl? Ich hab noch eins) definitiv Schrottreif ist, die Eingangswelle mit Verzahnung 5. Gang ist auch nicht schön. Du wirst auf jeden Fall das Getriebe zerlegen müssen, dazu müssen die Hinterachsen beide weg (vorher Tellerrad losschrauben). Anschließend kannst du die Hauptwelle nach lösen von drei M8er Schrauben nach hinten entnehmen.
Ohne Eicher?? Ohne mich.

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Re: D-Check EKL15/II

Beitragvon Sam67 » 05.09.2017, 12:19

Hallo 3085,
das mit dem Getriebe zerlegen ist auch meine Einschätzung der Lage. Das Tellerrad-Losschrauben muss ich mir genauer ansehen. Da ich da noch unschlüssig über das Vorgehen bin, habe ich den rechten Achstrichter auch noch nicht abgezogen. Da steckt nach meinem Verständnis noch das Kugellager mit Verbindung zu Differenzial und Tellerrad drinnen.

Ich hätte als nächsten Schritt das Differenzial abgestützt (irgendwas unterlegen) und dann den Achtrichter abgezogen. Damit hätte ich erwartet, dass ich das Differenzial mit Tellerrad aus dem Getriebegehäuse rausheben kann. Danach Demontage Tellerrad von Differenzial.
Läuft das so nicht? :o

Beste Grüße,
Sam

PS: Auf das Angebot mit den Zahnrädern komme ich sicherlich noch zurück.
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Re: D-Check EKL15/II

Beitragvon 3085 » 05.09.2017, 14:49

Moin,

der Differentialkorb ist mit dem Tellerrad verschraubt. Beides passt erst nach losschrauben durchs Gehäuse nach außen, daher sollte man die Schrauben vorm demontieren der Achstrichter lösen. Es geht natürlich auch anders, ist aber umständlich. Abstützen brauchst du das Tellerrad nicht, es kann eh nicht wirklich fallen.
Bevor du dich beim Lösen der Tellerradschrauben quälst: Schaltstangen demontieren und zwei Gänge zum Getriebe-Blockieren einlegen.


Tipp: Die Eicherfreunde Schwarzwald haben zum G85 ein Reparaturhandbuch zu schmalem Kurs, dürfte für dich jetzt sehr nützlich werden...
Ohne Eicher?? Ohne mich.

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Re: D-Check EKL15/II

Beitragvon Sam67 » 05.09.2017, 16:27

...auf zur Homepage der Eicherfreunde Schwarzwald...
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Re: D-Check EKL15/II

Beitragvon Sam67 » 11.09.2017, 17:37

Aufgabe Nr. 4 - Restaurierung Bremsen - Statusbericht

Heute habe ich die ausgebauten Bremsbänder nach Sopron zu einem Schmied gebracht und auch schon mit einer weiteren Firma die Erneuerung der Bremsbelege ausgemacht. Der Schmied wurde nötig, da die Stahlbremsbänder arg verrostet sind und auf diese Bänder will ich keine neuen Belege aufbringen lassen (werden übrigens geklebt). Das Ergebnis zeige ich gerne her.

Sollte alles in zwei Wochen abholbereit sein. Das passt, da kann ich schnell mit meiner Frau nach Kroatien ein Tauchwochenende einschieben :D.

Ein anderes Thema ist das Auseinandernehmen der Portalachsen zwecks Lagertausch.
Bild

Bisher habe ich es geschafft, die Nutmutter der linken Portalachse zu lösen und somit den Zugang zur Bremstrommel freizumachen. Diese sollte ja eigentlich nur im Fett gelagert auf der Achswelle aufgesteckt sein und somit leicht runtergleiten. Denkste!!!! :evil:
Das Ganze ist ein Rostklumpen, an dem ich jetzt schon zwei Wochen mit allen Tricks werke.

Ich habe mir selbst einen großen Abzieher gebaut, um die Trommel gegen die Achswelle unter Spannung zu bringen. Fehlanzeige!
Bild

Heute habe ich das gesamte Ding eingepackt und bin zur nächsten LaMa-Werkstatt gefahren. Dort soll bis morgen deren Glück versucht werden. Schau' ma mal...

Beste Grüße,
Sam
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Re: D-Check EKL15/II

Beitragvon BlueTracTion » 11.09.2017, 20:36

So,
Hallo,

Habe mal deinen Bericht durchgeschaut. Da hast du dir aber nen Brocken Arbeit beschafft. :o
So dinge wie mit dem Getriebe sind natürlich ärgerlich. Da sucht man sich was von dem man äußerlich denkt noch wenigstens etwas Basis zum herrichten zu bieten, da ist dann Motor oder wie hier, das Getriebe beschädigt. (Müsste der Große Gang sein oder)
Zu dem Thema Portalachsen:
Schon merkwürdig das die Trommeln da so fest sitzen. Da hatte ich bei meinem Keine Arbeit mit. Ging prima runter!
- Nagut nachdem ich mir erstmal selbst einen Spezialschlüsssel für die Kronenmutter gebaut hatte :D -

Dann hoffen wir das wir bald erfahren wie's weiter geht.
Unsere Traktoren:
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Re: D-Check EKL15/II

Beitragvon Sam67 » 12.09.2017, 10:14

Guten morgen BlueTracTion,
die Nutmutter habe ich mit Fäustel und Stemmeisen nach einer Woche (natürlich schwer deformiert) runter gehabt. Die Suche nach einer passenden Nutmutter-Nuß habe ich aufgegeben. Beim Vergleichen mit anderen Nutmuttern, die am Traktor verbaut sind, verstehe ich auch, dass man so ein Werkzeug eigentlich gar nicht benötigen sollte.

Auf meinem zuletzt geposteten Bild sieht man unterhalb der Bremstrommel eine Öffnung, die ich mit Papier zugestopft habe. Den Deckel konnte ich rausziehen und somit war der Zugang zum Achswellenstumpf frei. Der ist ebenso mit einer Nutmutter und Sicherungsblech gesichert. Und diese Nutmutter kann man auch noch nach 62 Jahren mit dem Finger leicht hin- und herbewegen (soweit es das darunterliegende Sicherungsblech zulässt). :o So sollte es sein!

Aber vielleicht ist bei der rechten Portalachse eh alles anders...

Beste Grüße,
Sam
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Re: D-Check EKL15/II

Beitragvon wink » 12.09.2017, 10:37

Servus,

Sam67 hat geschrieben:Heute habe ich das gesamte Ding eingepackt und bin zur nächsten LaMa-Werkstatt gefahren. Dort soll bis morgen deren Glück versucht werden. Schau' ma mal...

Waren die erfolgreich?

Sam67 hat geschrieben:Bisher habe ich es geschafft, die Nutmutter der linken Portalachse zu lösen und somit den Zugang zur Bremstrommel freizumachen. Diese sollte ja eigentlich nur im Fett gelagert auf der Achswelle aufgesteckt sein und somit leicht runtergleiten. Denkste!!!! :evil:
Das Ganze ist ein Rostklumpen, an dem ich jetzt schon zwei Wochen mit allen Tricks werke.

Vermutlich hast du die ganzen Dinge wie Rostlöser lange einwirken lassen und dann eine Kombi aus Vorspannung (hydraulischer! Abzieher und hochfeste!!! Gewindestangen), Kälte an der Welle und Hitze an der Trommel eh schon durch.
Die Welle kann man wsl. nicht nach unten durchpressen? Sonst könnte man die Welle schienen, dass sie nicht abknickt und es mal auf einer großen Presse versuchen. Oder Bremmtrommel irgendwie auflegen, auf Flacheisen passender Stärke, die zwischen Trommel und das Gehäuse unten passen?
Als letzte Option würde mir dann nur noch einfallen, die Trommel zu opfern und aufzuschneiden.

Ist mir zum Glück erspart geblieben, ich konnte bisher alles zerlegen bzw. auf einer großen Presse abdrücken.

Noch ein Wort zum Rostlöser: da gibts ja die "Rostschocker", also Mittelchen, die durch schnelle Temperaturänderung bzw. chemische Reaktionen das Rostgefüge knacken und relativ langsam (1Min bis mehrere Tage) arbeitende Sachen, die zT den Rost chemisch auflösen.
Bei den schnell arbeitenden Mitteln hat man oft das Problem, das die zu schnell verdunsten bzw. die Wirkung weg ist, bis das richtig tief eingedrungen ist.
Vor allem bei Teilen die ursprünglich mal verschiebbar suf Wellen sitzen. Bei Schrauben ist das meistens eher weniger kritisch.

Mein persönlicher Favorit bei sowas ist das Boltex Zeug von Würth. Stinkt zwar grausam und ist relativ teuer, hat mir bei hartnäckigen Sachen schon ein paar mal weitergeholfen.
Gibts bestimmt auch noch von anderen Händlern.
MfG
Christoph
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Re: D-Check EKL15/II

Beitragvon Sam67 » 12.09.2017, 20:56

Hallo Christoph,
leider hat sich LaMa heute nicht gemeldet. Jetzt haben sie zeit bis nächsten Dienstag, denn meine Frau und ich machen uns morgen früh auf den Weg nach Kroatien (Kurztauchurlaub). Wird dann hoffentlich ein schönes Willkommensgeschenk ;)

Von dem Rostlöser (Boltex) habe ich noch nichts gehört. Werde mich dazu schlau machen. Danke für den Tipp. :idea:

Beste Grüße,
Sam
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Re: D-Check EKL15/II

Beitragvon wink » 12.09.2017, 22:49

Na dann schönen Urlaub!
MfG
Christoph
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Re: D-Check EKL15/II

Beitragvon Sam67 » 24.09.2017, 16:56

Hallo Leute,
bin wieder ein wenig zum Schrauben gekommen.

Aufgabe Nr. 4 - Also zur Bremstrommel...
Das Ergebnis lautet 'Operation gelungen, Patient tot'.
Bild

Hätte mir zwar ein anderes Ergebnis erwartet, muss mit dem jedoch auch leben. Dank guter Kontakte sollte das kein Showstopper sein :wink:

Zumindest konnte ich dann mit der Demontage der Portalachse weitertun. Bis auf ein, zwei Kleinigkeiten habe ich es auch geschafft.
Bild

Die Buchse hängt noch bombenfest an der Achse. ...und darunter eine kleine Gummidichtung und das Rollenlager. Aber aufgeben gilt nicht! 8)

Die rechte Portalachse habe ich komplett auseinander bekommen. Da kam die Bremstrommel unter Anwendung von zwei Brecheisen ziemlich schnell runter. Irgendwo muss es ja auch mal passen.

Parallel dazu habe ich mich dem Getriebe gewidmet.

Aufgabe Nr. 5 - Getriebe-Neuaufbau
Ich habe mir die Tipps von Kollege 3085 zu Herzen genommen und mir
    a) das Reparaturhandbuch für Hurth G85 zugelegt
    b) die Schaltgabeln vorgenommen

ad a) Nachdem ich jetzt sowohl die originale Eicher Dokumentation (Ersatzteilliste) als auch die Claus Hurth-Doku habe, sehe ich, dass sich die beiden Sachen gut ergänzen. DIN-Angaben bzw. Maßangaben, die in der einen Doku fehlen, findet man in der anderen und umgekehrt. Damit habe ich schon die Probe auf's Exempel gemacht und in einem Lager-Fachgeschäft die notwendigen Lager identifizieren können.
Diese Doku-Kombination kann ich für alle anderen EKL-Bastler wärmstens weiterempfehlen.

ad b) Mit dem Abnehmen der Schaltgabeln bekam ich Zugang zum Tal des Todes.
Wie mir Kollege 3085 empfohlen hatte, versuchte ich das Spiel der oberen Hauptwelle auszuloten. Was soll ich sagen? Die Hauptwelle kippte vorne beim Übergang zur Eingangswelle um ca. 3-4 mm. Das war mögllich, weil das Schräglager gegenüber soviel Bewegung zuließ.
Nach dem Abbau des rechten Achstrichters und dem Ausbau des Differentialgetriebes (ohne Demontage Tellerrad möglich) prüfte ich dann auch noch kurz die Zapfwelle auf Schaltfunktion. Und siehe da, das Zahnrad zum Zapfwellenantrieb (hinter dem Antriebskegelrad) drehte sich frei auf der Hauptwelle. :roll:
Es kam noch besser...
Ich zog an der Hauptwelle und sie kam nach hinten einfach so raus. :o
Beim Auflegen der Teile sah ich dann, dass zwischen den Zahnrädern auch eine Nutmutter von der Hauptwelle runtergekommen war.
Bild
Das Teil oben rechts ist gemeint! Das hätte wohl die Hauptwelle gegen das Schräglager abstützen sollen.
Innen war so gut wie kein Gewinde mehr zu sehen. Wäre sonst auch nicht so runtergeflutscht...
Vis a vis in der Eingangswelle gab es auch kein Nadellager mehr, welches gleichermaßen die zweite Stütze der Hauptwelle hätte sein sollen...

Das Zapfwellenzahnrad konnte man auf der Achse drehen. Das Runterziehen von der Achse ging noch nicht. Da hat es scheinbar die Passfeder abgerissen. Denn lose drehen sollte das Ding doch nicht, oder? :?:

Als nächstes habe ich dann das Schrägkugellager in Angriff genommen.
Das Ergebnis hat alles erklärt.
Bild

Nach dem Ausbau hatte ich einen freien Blick in das Innere des Getriebegehäuses. So wie schon Kollege 3085 gemeint hatte ist die Verzahnung der Eingangswelle definitiv beleidigt worden.
Bild
Und ich glaube, dass am Zahnrad des 5. Ganges unten ein Zahn fehlt. Das sieht man auf dem Bild nicht sonderlich gut, kann erst nach dem Ausbau der Welle definitv gesagt werden. Das wird meine Aufgabe der nächsten Tage sein...

Jetzt ist mir klar, warum der Traktor angeblich seit 20 Jahren im Freien herumgestanden ist. Mit dem Getriebeschaden war da an keine Bewegung mehr zu denken.

Ach ja, die Schaltgabeln und die Führung dazu waren komplett eingedickt. Durch das Abkippen der Hauptwelle konnte kein Gang mehr eingebracht werden, der ein Muffenverschieben in Richtung vorne (Fahrtrichtung) bedeutet hätte. Nach dem Auseinanderbau habe ich alle Teile für 24h in ein Zitronensäurebad eingelegt, danach gesäubert, geölt und wieder zusammengebaut.
Das funktioniert wieder prächtig!
Bild

Das war's wieder für diese Woche.
Beste Grüße, Sam
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Re: D-Check EKL15/II

Beitragvon 3085 » 25.09.2017, 10:28

Die Ringmutter ist am G85 so gut wie immer lose. Sollten alle Besitzer von Traktoren mit G85-Antriebstechnik dringend prüfen! Auf jeden Fall nachher mit hochfester Schraubensicherung einkleben und ein neues Sicherungsblech verwenden.
Das Zahnrad der Wegzapfwelle müsste sich nach Erwärmen abziehen lassen und sollte auf keinen Fall frei drehbar auf der Welle sein.

Auf deinem Bild vom Getriebe ist lediglich Eingangswelle und Vorgelegewelle zu sehen, vom dem her weiß ich nicht, was du mit 5. Gangrad meinst.
Interessant ist es vor allem wie die Zähne aussehen. Durch das schräg laufen der Welle haben die Zahnräder nicht richtig aufeinander gelaufen (was auch der Grund für ausgenudelte 4./5. Gangrad ist). Ich würde spontan behaupten, dass vom 3. und 4. Gang alle Räder defekt sind. Sicher ist, dass du alle Schäden erst nach vollständiger Demontage finden wirst. Ein komplett neuer Satz Lager und Siri´s ist obligatorisch.

Für´s Erste würde ich aber mal die Hinterachsen fertig machen.
Zuletzt geändert von 3085 am 25.09.2017, 10:48, insgesamt 1-mal geändert.
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