Ein Güldner ADN 16 Ps von 1956 soll wieder schick werden...

Alles über den Wiederaufbau und die Restaurierung eures Schmuckstücks.

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Ein Güldner ADN 16 Ps von 1956 soll wieder schick werden...

Beitragvon Commander89 » 28.10.2017, 10:26

Hallo!

Da ich hier schon einige Anregungen und Infos bezogen habe, möchte ich auch etwas zurück geben und mein Projekt vorstellen.
Ich habe mir einen Güldner ADN gegönnt der technisch zwar in Schuss gehalten wurde, an sonsten aber wenig Liebe gesehen hat. Diesen will ich wieder aufhübschen, kleinere Mängel beheben und soweit möglich wieder in einen originalen Zustand bringen.

Ich versuche mal ein paar Bilder des Urzustandes anzuhängen...

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Re: Ein Güldner ADN 16 Ps von 1956 soll wieder schick werden...

Beitragvon Commander89 » 28.10.2017, 10:50

Als erstes habe ich mich an die Kotflügel gemacht. Hier waren unnütze Bohrungen, welche ich zugeschweißt habe und auch ein paar Risse zu machen. Neue Bleche wären schöner gewesen aber das Geld habe ich mir gespart.
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Re: Ein Güldner ADN 16 Ps von 1956 soll wieder schick werden...

Beitragvon Commander89 » 28.10.2017, 10:56

Der Auspuff war eine absolute Bastelei. Auch wenn nicht original, habe ich hier für schöneren Ersatz gesorgt und einen neuen gebaut. Dieser soll später noch schwarz werden.
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Re: Ein Güldner ADN 16 Ps von 1956 soll wieder schick werden...

Beitragvon Commander89 » 28.10.2017, 11:01

Als nächstes stand der Korpus auf meiner Liste. Also wurde er nackig gemacht....
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Re: Ein Güldner ADN 16 Ps von 1956 soll wieder schick werden...

Beitragvon Commander89 » 28.10.2017, 11:05

Nachdem er mit allen Mitteln gewaschen war (Diesel,WD40,Bremsenreiniger,Aceton,Backofenreiniger....), ging es dem Lack an den Kragen.
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Re: Ein Güldner ADN 16 Ps von 1956 soll wieder schick werden...

Beitragvon Commander89 » 28.10.2017, 11:08

Dann wurde er nochmal abgespühlt und anschließend grundiert und lackiert. (Nach der Lackierung mit Kunstharzlack musste ich mich selbst mit Aceton abduschen XD)
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Re: Ein Güldner ADN 16 Ps von 1956 soll wieder schick werden...

Beitragvon Commander89 » 28.10.2017, 11:14

Soweit der aktuelle Stand. Bei Gelegenheit halte ich euch auf dem Laufenden.

Ich suche außerdem noch den abgebildeten Deckel der Einspritzpumpe. Falls mir da einer ein gutes Angebot machen kann, kann er sich gerne melden. An sonsten bleibt er ohne ist ja nicht weiter schlimm ....
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Re: Ein Güldner ADN 16 Ps von 1956 soll wieder schick werden...

Beitragvon Commander89 » 30.10.2017, 09:37

Ich nehme mir mal gerade noch die Zeit und berichte noch von ein paar Sachen ...

Der Schlepper hatte immer Startschwierigkeiten. Sprich beim Anlassen hatte ich immer den Eindruck, dass die Batterie schwach ist. Der Motor wurde nur schwach angedreht oder es blieb beim klacken des Magnetschalters. Nachdem ich jedoch durch wechseln der Batterie diese ausschließen konnte, wurde klar, dass es am Anlasser selbst liegen musste. Also habe ich diesen demontiert und mich näher damit befasst. Zunächst habe ich nur den Magnetschalter demontiert, zerlegt und gereinigt. Der Ausrückmechanismus funktionierte gut und wurde nur mit neuem Fett versehen. Leider führte das aber nicht dazu, dass er besser funktionierte. Also nochmal runter mit dem Teil und nun ganz auseinander das Teil. Nun war das Problem leicht zu erkennen. Im Bereich der Schleifkontakte war so viel Kohleabrieb, dass es auf den ersten Blick wie ein massiver Klotz aussah! Also habe ich alles penibel gereinigt und alle Rückstände restlos entfernt und alles mit Bremsenreiniger ausgespühlt. Auch der Freilauf funktionierte nicht mehr einwandfrei. Jedoch wurde es besser je öffter ich ihn mit Bremsenreiniger ausspühlte. Als ich mit der Funktion zufrieden war, montierte ich den Anlasser wieder. Natürlich wurden die Lagerstellen und die ganze Mechanik hierbei mit frischem Fett versehen. Mit optimistischen Gefühlen montierte ich den Anlasser nun wieder um ihn zu testen. Meine Vermutung bestätigte sich. Der Anlasser funktioniert als wäre er neu. Anscheinend ist so viel Strom über den leitenden Kohleabrieb verpufft, dass für den eigentlichen Startvorgang nicht mehr genug Leistung zur Verfügung stand.

Nicht originale Teile:
Leider sind einige Teile nicht original, teilweise ist mir das erst bei dem Zerlegen des Schleppers aufgefallen. Der Schlepper hat z.B. den falschen Kühler, den der 14PS Version, verbaut. Dieser ist etwa 10cm weniger hoch als der eigenlich richtige 16Ps Kühler. Als "Ausgleich" stand er auf Böckchen aus Aluprofil. Dafür muss ich also noch Ersatz besorgen, oder ein größeres Netz einfügen lassen.
Auch das Flügelrad ist leider nicht original, mit zwei Flügeln aus Blech sondern es ist ein Flügelrad aus Kunststoff von einem Ford verbaut.
Die vorderen Scheinwerfer sind ebenfalls nicht original und haben die Befestigung unten statt seitlich. Deshalb sind sie mit entsprechenden Winkelstücken montiert, was wirklich bescheiden aussieht. Hier hoffe ich aber die Scheinwerfer umgebaut weiter nutzen zu können.
Auch das Zugmaul ist nicht original. Verbaut war ein Eigenbau mit selbst zusammengeschweißtem Grundkörper! Also sehr abenteuerlich!
Bei der Befestigung des Überrollbügels sieht es nicht anders aus. Man sieht es auf einem der Bilder, unpassende Halteplatten wurden mit Kettenspannern versehen und irgendwie festgemurkst.

Bekannte Mängel:
Dem Traktor ist wohl mal etwas schweres auf die Haube gefallen. Die Haube inklusive der Finne war stark deformiert. Leider wurde dieser Schaden mit groben Schlägen eines Schlosserhammers verschlimmbessert. Die dadurch entstandenen kantigen Abdrücke sind schwer zu richten. Nach ein paar Stunden Arbeit ist die Haube zwar wieder halbwegs in der Reihe jedoch befürchte ich, da spachteln bei den Vibrationen der Haube ja keinen Sinn macht, dass man die Verformungen nach dem Lackieren wieder deutlicher sehen wird.

Die Elektrik ist wohl das größte Drama am Schlepper und wird mich wohl einiges an Zeit kosten. Die Funktionen waren zwar soweit alle vorhanden aber der Kabelbaum gleicht einem Flickenteppich. Überall findet man im nichts endende Kabel und hineingeflickte Stückchen.

Das Gehäuse des Ölbadluftfilters ist auch nicht ganz in Ordnung. Oberhalb des Ölbad-Deckels ist das Gehäuse aus zwei Teilen zusammen gefalzt. Diese Verbindung ist jedoch nicht mehr fest, also beweglich und auch nicht dicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so sein soll??

So! mehr fällt mir im Moment nicht ein. Ich halte euch aber auf dem laufenden wenn es weiter geht. Auch wenn ich im Moment nicht weiß wie es weiter gehen soll. Es wird langsam immer kälter und das Lackieren ist bei tieferen Temperaturen ja nur bedingt ratsam. Außerdem habe ich leider nur eingeschränkte Möglichkeiten. Wie ihr auf den Bildern seht habe ich mit ein Pavillion aufgestellt in dem der Korpus steht. Ich muss mir also etwas einfallen lassen...
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Re: Ein Güldner ADN 16 Ps von 1956 soll wieder schick werden...

Beitragvon Eddi » 30.10.2017, 13:23

Hallo, das mit der Motorhaube ist schon ärgerlich. Versaut später, bei Neulackierung, die Optik, auch wenn man, meiner Meineung nach, das Alter des Schleppers ruhig sehen darf. Versuche doch die Haube mit Karosseriezinn zu glätten. Spachtel kam bei mir auch nicht in Frage, musste aber was an meiner Motorhaube tun.
Ist nicht ganz einfach, aber das hält wenigstens ohne zu reißen, da das Zinn eine Verbindung mit dem Blech eingeht.
Beim Luftfilter würde ich die Falz hartlöten. nach dem Lackieren sieht man das nicht mehr und er ist wieder dicht. Die Sachen gibt´s im Baumarkt beim Schweißzeug. Was ist denn im Filter für ein Innenleben? Metallwolle oder Kokosfasern? Bei Kokosfasern schau am besten nach, wieviel von dem Zeug noch drin ist. Die gibt es als Nistmaterial für Vögel beim Fressnapf.
Gruß Frank

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Re: Ein Güldner ADN 16 Ps von 1956 soll wieder schick werden...

Beitragvon Commander89 » 31.10.2017, 09:17

Hallo Eddi!
Das mit dem Verzinnen ist wirklich eine Idee! Ich habe leider keine Erfahrung mit der Sache. Ist das für jemanden der es noch nie gemacht hat zu realisieren? Habe davor Respekt, da ich weiß wie schnell man mit Hitze zusätzliche Verformungen ans Blech bringen kann...
Im Luftfilter ist ein Einsatz mit Metallgewebe, wenn ich mich nicht täusche. Ich schaue es mir nochmal enau an. Das mit dem Löten ist eine Idee. Auch wenn ich noch nicht weiß, wie ich den Falz innen sauber bekomme ?!
Vielen Dank für deine Anregungen und Tips. Über weitere Ideen freue ich mich natürlich sehr!
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Re: Ein Güldner ADN 16 Ps von 1956 soll wieder schick werden...

Beitragvon John Deere G » 31.10.2017, 13:14

Hallo,

ich würde an deiner Stelle Weicon Plastik Stahl A verwenden, dies kann man anstatt dem verzinnen benutzten.

Es wird wie normale Spachtelmasse verarbeitet.

Die Vorteile sind das es magnetisch ist und extrem belastbar, dass ist eben ein echtes Industrie Produkt, ich habe es auch schon oft benutzt und bin TOP zufrieden damit.

Mfg Florian
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Re: Ein Güldner ADN 16 Ps von 1956 soll wieder schick werden...

Beitragvon Commander89 » 31.10.2017, 17:30

Hallo John Deere G!
Das hört sich auch nicht schlecht an. Ich frage mich nur, ob das Zeug bei gegebenen Vibrationen auch wirklich hält?

Ich habe heute jedenfalls die Mittagssonne genutzt und die Kotflügel beschichtet. Ich fürchte es wird bals eng mit sonnig-warmen Tagen...
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Re: Ein Güldner ADN 16 Ps von 1956 soll wieder schick werden...

Beitragvon John Deere G » 31.10.2017, 17:45

Hallo,

dass hält da brauch man keine Angst haben, es ist ein Epoxidgemisch, am besten ist wenn du die Flächen vorher Strahlst.

Dadurch wird das Metall etwas aufgeraut und es hält noch besser.

Suche doch einfach mal nach Weicon Plastik Stahl A, da findet sich einiges zu.

Mfg Florian
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Re: Ein Güldner ADN 16 Ps von 1956 soll wieder schick werden...

Beitragvon Eddi » 01.11.2017, 00:50

Das mit dem Weicon Plastik Stahl A finde ich interessant.
Wie gesagt, falls du die Zinn Variante wählst, kann ich dir ein paar Tips aus eigener Erfahrung mit Bildern geben. Fakt ist, es ist ne Menge Aufwand, man lernt jedoch dazu. Ob es 100% gerade wird liegt an deinem Geschick, mit der Hitze der Flamme umzugehen. Der Stahl A Spachtel ist da glaube ich einfacher zu handhaben.
Den Ölrest im ÖlbadLuftfilter bekommst du mit Ausbrennen weg, sodass das Flussmittel vom Hartlöten hält. Den Bunzenbrenner, sowie das Flussmittel, bekommst du im Baumarkt. Der wird an eine Probangasflasche angeschlossen. Also ganz einfach.
Ich bin gespannt, wie du dich entscheidest. Machen musst du es eh selbst.
Wäre schön, wenn du Fotos einstellst. Ist immmer hilfreich, auch für andere Schrauber, die das gleiche Problem haben.
Gruß Frank

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Re: Ein Güldner ADN 16 Ps von 1956 soll wieder schick werden...

Beitragvon tigerhamburg » 01.11.2017, 07:22

Moin Commander, oder wie Dein Name ist,
falls Du doch mit Zinn arbeiten solltest, dieses ist kein Hexenwerk wenn Du Dich schlau machst, beachte bitte eins, bitte nur auf geschlossene Flächen , niemals über Punkt-Schweissungen, das Flussmittel läuft zwischen die Bleche und die Säure arbeitet dann über Jahre. Ansonsten ist verzinnen bei Flächen immer meine erste Wahl, ich hatte das Glück dieses Anfang der neunziger in meiner Ausbildung noch von einem Blechfuchs zu lernen.Je besser Du ausbeulst, desto weniger Zinnarbeiten fallen an.
Ein zwei Grundlagendazu:
1. Dein Blech muß 100% Rost- und Fettfrei sein.
2. Mit Zinn- bzw Fittingslotpaste vorarbeitet, das Blech einpinseln, warm machen bis Zinnpaste matt Grau wird, oder kleine Zinnkügelchen zu sehen sind, dann mit Baumwolllappen abwischen, dieses so lange wiederholen bis eine durchgehende Zinnschicht sichtbar, wenn es nicht funktioniert ist noch Oxyd oder Öl etc auf der Oberfläche.
3. Karosseriezinn verwenden, dieses hat einen höheren Bleigehalt und bleibt in einem bestimmten Temperaturbereich talgig und läuft nicht so schnell weg.
4. Das talgige Zinn am besten mit einem Zinnspachtel andrücken, bzw auseinanderstreichen.( in der Regel aus Buchenholz mit Zinnöl oder silikonfreiem Schweißspray benetzt)
5. Zinn mit Karosseriefeile oder Tellerschleifer nachbearbeitet ( Tellerschleifer nimmt in der Regel zu viel Material ab )
Gruß Holger

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