Selbstbau manueller Kraftheber

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ackermolch
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Selbstbau manueller Kraftheber

Beitragvon ackermolch » 27.11.2016, 09:06

Hallo,

da mein D214 keine Hydraulik hat möchte ich mir einen Dreipunkt-Kraftheber mit manueller Hydraulik selbst bauen. HandPumpe und einfachwirkenden Hydraulikzylinder habe ich schon.
Dazu hab ich zwei Fragen:
-Mangels Platz müsste ich den Hydraulikzylinder auf den Oberlenker wirken lassen, d.h. der Oberlenker zieht nachher das Anbaugerät (kleiner Beetpflug) nach oben. Kann das zu Problemen führen oder ist es egal, ob die Kraft auf Ober oder Unterlenker wirkt?
-Kat1 ist ja eher für Kleintraktoren, weiß jemand ob für einen alten D214 die Spurbreite gleich ist wie bei Kleintraktoren? Ich möchte evtl. später auch einen anderen Beetpflug mit Dreipunktaufhängung anhängen können.

Mir ist klar dass ich mit dem Kraftheber nix professionelles baue, aber für meine Zwecke wärs schon ein großer Fortschritt.

Grüße
Ackermolch
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Re: Selbstbau manueller Kraftheber

Beitragvon GTfan » 27.11.2016, 14:27

moin,

Kat 1 war damals für die Schlepper in der Größe Standard, dein D214 sollte eine 125er Spur haben, damit passt das.

Du könntest den Pflug zwar über den Zylinder am Oberlenker ausheben. Aber pflügen könntest du nicht damit. Mach dich mal mit der Einstellung eines Pfluges, den notwendigen Geometrien und Zugpunkten vertraut.
Selbst bei Handaushebungen sind das eigentlich immer Hebelkonstruktionen, die den Pflug nicht nur um eine Welle kippen, sondern auch hoch hebeln. Das wird in deinem Falle schwer zu realisieren.

mfG
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Re: Selbstbau manueller Kraftheber

Beitragvon ackermolch » 27.11.2016, 19:20

Hallo GTfan,
was meinst du mit hoch hebeln? Wird dabei der Pflug zusätzlich zum Anheben noch gekippt oder parallel zum Boden angehoben? Ich dachte mit meinem Zweischar Beetpflug braucht es nicht so viel Kraft, den anzuheben. Ist das bei den neuen Beetpflügen wie es sie für ein paar hundert Euro im Netz gibt schwieriger?
Grüße
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Re: Selbstbau manueller Kraftheber

Beitragvon PD108 » 27.11.2016, 19:54

Hallo Ackermolch,
aus deinen Fragen entnehme ich das Du Dir mit dem Eigenbau keinen Gefallen tust. Die richtige 3 Punkt Kinematik Kat1
ist Vorraussetzung für gescheites Plügen. Das kannst Du eigentlich nur mit der Nachrüstung des Krafthebers und Pumpe aus einem 2 Zylinder IHC der D Serie erreichen. (D214-D219)., Dann passen alle Kat 1 Pflüge und funktionieren auch. Einen 2 Schar Beetpflug wirst Du zwar anhängen, aber mit 14PS kaum gescheit benutzen können, es sei denn Du hast Sandboden.
mfg Andreas

ps schau mal bei Youtube nach was in Deiner Grössenordnung vernünftig funktioniert bzw. lies nach was eine 3 Punkt Aufhängung bedeutet.
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Re: Selbstbau manueller Kraftheber

Beitragvon ackermolch » 27.11.2016, 20:37

Bislang hebe ich den Pflug mit einem Pickup Kran aus. Er ist nur an einem Punkt an der Ackerschiene angehängt. Klappt einigermassen, aber manchmal kippt er eben hinten nach oben. Das versuche ich nun mit einer Dreipunktaufhängung zu verhindern bzw. zu verbessern. Warum sollen 14 PS keinen Zweischar-Beetpflug ziehen? Früher haben das sogar zwei Pferde geschafft.

Grüße
Ackermolch
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Re: Selbstbau manueller Kraftheber

Beitragvon PD108 » 27.11.2016, 21:21

Wenn Du schon so gepflügt hast, schafft er es natürlich, das möchte ich nicht abstreiten.
Dann hast schon recht günstige Bedingungen.
Hier bei mir wirkt ein 2 schar wie ein Anker wenn er auf Tiefe geht (am 14-15PS Trecker)
mit 3 Punkt und Hydraulik Pflügen ist trotzdem schon was anderes als was Du vor hast.

mfg Andreas
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Re: Selbstbau manueller Kraftheber

Beitragvon GTfan » 28.11.2016, 08:41

ackermolch hat geschrieben:Er ist nur an einem Punkt an der Ackerschiene angehängt. Klappt einigermassen, aber manchmal kippt er eben hinten nach oben.

Und genau das wirst du weiterhin erleben, wenn du den Hydraulikzylinder als Oberlenker nutzt. Wenn du dann sogar noch bewegliche Unterlenker verbaut, hast du ein paar Freiheitsgrade zu viel in der Kinematik und du kriegst den Pflug überhaupt nicht vom Boden hoch.

Bau dir das aus Pappe (oder noch besser: Lego Technik) mal in einem Modell nach. :wink:

mfG
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Re: Selbstbau manueller Kraftheber

Beitragvon ackermolch » 28.11.2016, 10:02

Hallo GTFan,
vielleicht liegt hier ein kleines Mißverständnis vor. Ich möchte ja nicht den Hydraulikzylinder als Oberlenker nutzen, sondern den starren Oberlenker mit dem Hydraulikzylinder hochdrücken. Normalerweise werden ja die Unterlenker angehoben, statt dem Oberlenker. Nun wüsste ich gerne, wo da der Unterschied liegt.
GRüße
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Re: Selbstbau manueller Kraftheber

Beitragvon Bungi81 » 28.11.2016, 10:35

Hallo Ackermolch,

es ist theoretisch möglich, die Aushebung auf den Oberlenker wirken zu lassen, aber:
- der Oberlenker ist so konstruiert, dass er Zugkräfte aufnimmt. In deinem Fall kämen extreme Biegemomente hinzu -> du wirst dir somit jeden Oberlenker zerstören.
- Sinn der Unterlenker ist es, das Gewicht des Anbaugerätes aufzunehmen, daher auch die massive Ausführung. In deinem Fall würden sie lediglich als "Distanzstücke" dienen.
- Auch die Krafteinleitungspunkte am Anbaugerät sin so dimensioniert, dass das hauptsächliche Gewicht durch 2 Bolzen 22mm (21mm?) auf die Unterlenker übertragen wird. In deinem Fall würde die gesamte Last an einem Bolzen 19mm hängen!!!
- Die Aufnahmen des Oberlenkers, sowohl am Schlepper als auch am Anbaugerät, sind für deine Belastungsrichtung nicht ausgelegt und unterdimensioniert!

Mein erneuter Tipp für dich: Bau dir bitte was gescheites! Kauf einen Kraftheber aus einer Schlachtung- den kannst du ja zur Not auch mit der Handpumpe bedienen. Du tust dir mit deinem Vorhaben keinen Gefallen. Heute ist es der Pflug, danach eine Egge, ein Grubber, ein Mähwerk.... mit einer vorhandenen Heckhydraulik bieten sich viele neue Möglichkeiten, bedenke das bitte.

Dein Vorhaben mit dem Zylinder auf den Oberlenker wirkend bringt dir nichts!

Gruß, Stefan
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Re: Selbstbau manueller Kraftheber

Beitragvon Bungi81 » 28.11.2016, 10:47

Nachtrag:

ich habe grade deinen Thread über das Mähwerk gelesen... Anscheinend willst du mit deinem Schlepper richtig arbeiten. Aber mit nur 14PS und ohne vernünftige Heckhydraulik wird das nichts.
Bevor du jetzt unnötig Geld verbrennst (denn die Kosten für eine selbstgebastelte Heckhydraulik wirst du nie (!) wiederbekommen!) würde ich mich an deiner Stelle eher nach nem ü20 PS Schlepper umschauen. Die gibt´s auch in vergleichbarer Größe wie deinen. Wenn du auch in deiner Plantage mähen willst kommst du um einen Mulcher nicht herum. Mit 1,25m AB sollten aber schon mindestens 25PS zur Verfügung stehen.
Gruß, Stefan

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Re: Selbstbau manueller Kraftheber

Beitragvon ackermolch » 28.11.2016, 12:31

Hallo Bungi,
das mitm Mähen hab ich mittlerweile im Griff, das mache ich mit einem extra Mäher ohne Trecker. N neuer Trecker würde sich einfach nicht lohnen, die Kosten kommen nie wieder rein, für meine paar Kartoffeln. Für die selbstgebastelte Hydraulik habe ich ja schon alle Teile, der Stahl hat grade mal 30 Euro gekostet. Ich werde also entweder den Oberlenker so massiv bauen wie die Unterlenker (50x10), oder ich muss die Hubkraft vom Zylinder irgendwie auf die Unterlenker übertragen. Für zweimal im Jahr pflügen und den Kartoffelrodepflug müsste das machbar sein. Ich probiers einfach mal :wink:
Grüße
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Re: Selbstbau manueller Kraftheber

Beitragvon Bungi81 » 29.11.2016, 09:57

Hallo Ackermolch.

Mal so als Richtwert: Die Unterlenker KAT 1 bei meinem Bungartz T8 haben einen Querschnitt von (ich schätze mal) 20 x 60mm! Ein Oberlenker KAT 1 hat ein M30 x 3 Gewinde...
In deinem Fall wäre eine mögliche Lösung, den Zylinder anbauseitig im Bereich der Oberlenkeraufnahme anzuschlagen. Dieses Prinzip gab es auch bei kleinen Kommunaltraktoren im Bereich der Fronthydraulik. Letztendlich eine Parellelogrammführung, die durch einen diagonal arbeitenden, einfach wirkenden Zylinder angehoben wurde.

Ich habe das mal skizziert.
Unbenannt.jpg
Skizze


Gruß, Stefan
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Re: Selbstbau manueller Kraftheber

Beitragvon ackermolch » 29.11.2016, 14:48

Hallo Stefan,
danke für deine Skizze. Dein Trecker hat ja die doppelte Leistung wie meiner, ich denke ich werds nicht schaffen meinen Stahl zu verbiegen :D
So ähnlich hatte ich mit das auch vorgestellt, aber dann brachte jemand den Einwand, dass die Hubkraft nicht auf den Oberlenker gehen sollte, weil die Aufhängungen am Oberlenker dafür nicht ausgelegt sind. Siehst du das auch so? Mir ist nicht so ganz klar, ob die Kraft dann wirklich nur über die Oberlenker-Aufhängung übertragen wird, schließlich sind ja bei den Dreipunktaufhängungen die Oberlenker- und Unterlenker-Aufhängpunkte starr verbunden. Da müsste die Kraft doch eigentlich auch auf die Aufhängungen der Unterlenker übertragen werden?

Grüße
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Re: Selbstbau manueller Kraftheber

Beitragvon Bungi81 » 29.11.2016, 15:26

Der Einwand kam von mir ;)

Du darfst keine Querkräfte in den Oberlenker einleiten, also den Zylinder nicht am Oberlenker befestigen. So wie in der Skizze dargestellt geht das, weil du dann nur Zugkräfte hast. Vielleicht habe ich auch zu weit gedacht. Wenn du wirklich nur Spielzeug hinter deinen Schlepper hängen möchtest... Aber da du irgendwo mal geschrieben hast, dass du ja dann auch andere Sachen anbauen könntest...
Wie dem auch sei... Eine Hydraulik hat Kraft, egal ob Hand oder Motorbetrieben. Wenn du dir eine Heckschaufel anbaust und die voll Holz packst, sind nicht die 14PS des Schleppers ausschlaggebend, sondern das Gewicht in der Hydraulik...

In der Skizze hätte ich besser noch einen Koppelrahmen eingezeichnet, dann hast du auch nicht die Probleme, dass die Last auf dem Oberlenkerbolzen hängt... wäre stabiler, sieht aber bescheiden aus...

Vorschlag: Bau dir einen Heckkraftheber mit starrer Welle und Hubarmen, die dann über die Hubstreben die Unterlenker hochziehen. Den Hydraulikzylinder packst du dann außermittig, damit der Oberlenker noch angebaut werden kann.
Es gibt diverse Fronthydrauliksysteme, die auch so aufgebaut sind. Das sollte bei dir die eleganteste Lösung sein. Wenn du also unter´m Sitz noch irgendwo Platz für ein stabiles Rohr hast, an das du die Hubarme und die Befestigung für den Zylinder anschweißen kannst, würde ich das so machen.
Gruß, Stefan

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Re: Selbstbau manueller Kraftheber

Beitragvon Bungi81 » 29.11.2016, 15:34

So in etwa.

Unbenannt1.jpg


Einen Lagerbock unter den Sitz, auf dem die Welle mit den Hubarmen sitzt, dann mit Hubstreben die Unterlenker hochziehen.
Die KAT 1 ist übrigens genormt. Entsprechende Maße findest du im Tabellenbuch oder im Netz. Wenn du dich daran hältst, passt jedes Anbauteil KAT 1. Wie gesagt, mit der Möglichkeit kommen auch die Wünsche.

Gruß Stefan
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