Hinterachs-Bremse Hurth 819 am Schmalspur

Ein Problem die Kraft zu bändigen? Dafür gibt es Bremsen. Alles zu diesem Thema findet ihr hier.

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Hinterachs-Bremse Hurth 819 am Schmalspur

Beitragvon Bergschreck » 12.08.2018, 19:32

Da an meinem Krieger KS 30 A kürzlich die linke Hinterrad-Bremse nach dem Bremsen blockierte
und sich nur noch bei Rückwärtsfahrt löste, war eine Bremsen-Revision angesagt.
Da am Schmalspur alles sehr eng zugeht, kam zunächst Angst auf.
Aber dank der Unterlagen von User MLauterbach kam dann doch Hoffnung auf, die Revision
in Eigenregie zu Meistern.

An dieser Stelle herzlichen Dank an Martin Lauterbach für die Unterlagen.
Es ist echt super, wie einem hier in diesem Forum geholfen wird.
Daher Dank auch an alle weiteren Helfer, welche bereitwillig Unterlagen und Wissen weitergeben.

Nun zur Revision der Hinterachsbremse Hurth 819 an meinem Krieger.
Zunächst wurde der Krieger im Unterstand links etwas aufgebockt.
Dann wurde der Überrollbügel entfernt, damit der Kotflügel demontiert werden kann.
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Hier ist der Kotflügel demontiert, waren nur wenige Schrauben und zwei Kabel für Rücklicht.
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Dann kam das Rad weg.
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Jetzt folgte die schon etwas aufwändigere Demontage von Trittbrett und Bremsgestänge.
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Nun waren alle sechs Flanschrauben zugängig und das gesamte Vorgelege konnte abgenommen werde.
Hierbei kam lediglich ein leicht gekröpfter 22er Ringschlüssel und ein Verlängerungsrohr zum Einsatz.
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Dann kam neben einer schon vermutlich gebrochenen Feder, viel Schmodder zum Vorschein.
Fast alles nur Fett-Schmodder, welches durch das kräftige Schmieren am Bremsnocken nach innen gedrückt wurde.
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Anschließend wurde die Bremstrommel dank zwei vorhandener Abdrückgewinde vom Wellen-Zapfen abgezogen,
da neben dem Dichtring an der Getriebeseite auch der Dichtring zum Vorgelege gewechselt werden soll.
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Nach einer ordentlichen Reinigung sieht nun alles wieder wie neu aus.
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Die Bremsbacken sind noch so gut, dass ich sie wieder verwenden werde.
Bilder davon später.
Wenn neue Federn und die Dichtringe vorliegen, geht es wieder an den Zusammenbau.
Danach folgt gleich die Revision an der rechten Seite.
Erstaunt hat mich bisher, dass insgesamt kaum Verschleiß vorhanden ist, obwohl der Krieger schon einige Vorbesitzer hatte.
Hoffentlich bleibt das weiterhin so…
(Eigentlich sollten die Bilder größer sein. Kein Schimmer warum dem nicht so ist)

Gruß
Heinrich
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Re: Hinterachs-Bremse Hurth 819 am Schmalspur

Beitragvon Bungi81 » 13.08.2018, 10:15

Hallo Heinrich,

sehr schön, wie du das Thema erläuterst. Die gleiche Arbeit steht demnächst auch bei meinem T8VW an. Dort werde ich dann direkt auch die Radlager im Vorgelege wechseln.
Ich will hoffen, dass ich im Herbst / Winter die Zeit dazu finde.
Gruß, Stefan

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Re: Hinterachs-Bremse Hurth 819 am Schmalspur

Beitragvon Bergschreck » 13.08.2018, 12:02

Vielen Dank Stefan, es lief besser als zuvor gedacht.

Das Schöne am Krieger KS 30/1 ist ja, dass er relativ einfach aufgebaut und alles gut zugänglich ist.
Die Wellendichtringe habe ich soeben beim Lama bestellt.
Sorge macht mir noch neue Federn für die Bremsbacken zu bekommen.
Habe dem Lama gesagt, dass er bei Eicher nachfragen soll, schaun mer mal.
Und da ich eh schon am Schrauben bin, optimiere ich gleich noch die Pedalerie und Rückholfedern.
Ich muss bis Herbst/Winter fertig sein, da es dann wieder in den Wald geht.
Und da ist ja noch die fällige Erneuerung der rechten Manschette am Kugelgelenk der Allrad-Vorderachse...

Dir einen guten Start zu deinen Reparaturen und herzliche Grüße
Heinrich
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Re: Hinterachs-Bremse Hurth 819 am Schmalspur

Beitragvon Bungi81 » 13.08.2018, 16:14

Wenn du eine Größe, Bezeichnung und Bezugsquelle für die Federn weißt, wäre das schön zu erfahren ;-)
Gruß, Stefan

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Re: Hinterachs-Bremse Hurth 819 am Schmalspur

Beitragvon Bergschreck » 16.08.2018, 22:02

Servus Stefan,
habe meine neuen Federn von meinem Lama-Händler um die Ecke bezogen.
Er hat für mich recherchiert und einen Hersteller/Händler gefunden,
welcher "Vergleichsfedern" im Programm hat.
Leider will er die Bezugsquelle der Federn nicht preisgeben.
Gekostet hat der Satz bestehend aus vier Federn 13,90 € plus 5,95 € Frachtkosten (incl. MwSt.)
Mein Lama-Händler ist aber gerne bereit, Federn auch an weitere Interessenten zu verschicken,
was zusätzliche Versandkosten verursachen dürft https://baumgaertner-nfz.de/leistungen.aspx
Eventuell sind die Federn auch über Bremsen Schöbel http://www.bremsen-schoebel.de/ zu beziehen.

Ich selbst hatte keine Lust einen halben Tag am Computer zu verbringen, daher der Weg über den Lama-Händler.

Der Drahtdurchmesser der neuen Federn ist etwas dünner, sie haben aber annähernd die gleiche Zugkraft.
Gehe davon aus, dass die Federn o.k. sind und halten.

Die Situation mit den neuen Federn
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Oben neue, unten alte Feder
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Die Bremsenrevision ist inzwischen abgeschlossen und der Krieger fährt wieder.
Wie auf obigem Bild zu sehen, waren die Bremsbeläge nahezu noch neuwertig, insbesondere rechts.
Die restliche Dokumentation der Revision schiebe ich die nächsten Tage nach.

Gruß
Heinrich
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Re: Hinterachs-Bremse Hurth 819 am Schmalspur

Beitragvon Bergschreck » 19.08.2018, 17:42

Da die Bilder zu Beginn nicht vergrößert werden können,
hier noch einmal einige größere Bilder und die weitere Doku.

Abbau des linken Vorgeleges.
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Die gebrochene Feder und der „Fett-Schmodder“ hinter den Bremsbelägen.
Es könnte aber auch etwas Öl aus dem Getriebe dabei gewesen sein, welches durch den Wedi „geflutscht“ ist.
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Die Bremsscheibe auf dem Vorgelege wurde abgezogen, damit der Wedi dahinter erneuert werden konnte.
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Nach gründlicher Reinigung und Einbau neuer Wedis, konnten die noch guten Bremsbacken samt neuer Federn
und die Bremstrommel wieder montiert werden.
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Dann konnte das Vorgelege wieder angeflanscht werden.
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Anschließend wurde das rechte Vorgelege abgebaut.
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Rechts war weniger „Schmodder“ vorhanden.
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Auch rechts wurde die Bremstrommel abgezogen, um den Wedi dahinter zu erneuern.
Auf dieser Seite war auf der Welle etwas Passungsrost vorhanden, da die Bremstrommel hier nicht
so press saß als auf der linken Seite.
Daher wurde beim Wiederaufziehen der Bremstrommel etwas Loctite „Fügen Welle/Nabe“ eingesetzt.
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Auch rechts waren die Bremsbacken noch gut und wurden daher wieder mit neuen Federn eingesetzt.
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Dann konnte auch das rechte Vorgelege wieder angeflanscht werden und der Krieger stand kurz darauf wieder auf eigenen Füßen.
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Eine schöne Bremsen-Revision, die bei Vorhandensein aller erforderlichen Teile locker in zwei Tagen zu bewältigen ist.
Bei den Wellen-Dichtringen habe ich mich übrigens für die Version mit Staublippe entschieden.

Gruß
Heinrich
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