Historisch korrekte Bekleidung auf Treffen

Hier könnt ihr alles schreiben was die Welt oder euch bewegt.

Moderator: Traktorhof Team

agp8x
Interessierter
Interessierter
Beiträge: 41
Registriert: 06.02.2011, 23:03
Wohnort: Bischberg

Re: Historisch korrekte Bekleidung auf Treffen

Beitragvon agp8x » 03.09.2017, 07:57

Bei uns in Oberfranken wurde zur Feldarbeit mit/auf dem G25 immer die blaue Arbeitshose, kariertes Hemd und ggf. eine blaue Kappe getragen. Was die Oma bei den Einkaufsfahrten anhatte, muss ich mal erfragen.
Google Werbung
Sponsor
Registriert: Mi 18. Juni 2003, 00:00
Wohnort: Internet

Werbung

Beitragvon Google Werbung » Automatisch

Benutzeravatar
Hinnerk
Moderator
Moderator
Beiträge: 1629
Registriert: 17.01.2007, 17:55
Wohnort: in der Werkstatt
Kontaktdaten:

Re: Historisch korrekte Bekleidung auf Treffen

Beitragvon Hinnerk » 04.09.2017, 15:27

Moin,

ich möchte auch gerne ein paar Bilder zusteuern. Die meisten entstanden im Weser-Ems-Gebiet.

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Egal, ob Männlein oder Weiblein... wer heute ernsthaft vorhat, in zeitgenössischem Dress mit seinem Oldtimer aufzutreten, für den ist das doch gar kein Problem. Gerade bei den Kerlen bringen ein einfaches Oberhemd, Hosenträger und eine passende Kopfbedeckung doch schon unglaublich viel. Eine grobe Cordhose und festes Schuhwerk... fertig ist die Laube. Ist auch nichtmal teuer.
Für die kommende Oldtimersaison werde ich mir noch eine weiter Mütze besorgen. Diese hier:
https://www.amazon.de/Britische-Newsboy-100-Harris-Wolle/dp/B01MEGLGEC/ref=sr_1_41?s=apparel&ie=UTF8&qid=1504531463&sr=1-41&nodeID=1981298031&psd=1&keywords=newsboy
(Nur ein Beispiel, die gibt's auch anderswo...)

Gruß, Hendrik
He who dies with the most toys wins!
Benutzeravatar
Kawaschrauber
Schlosser-Experte
Schlosser-Experte
Beiträge: 432
Registriert: 08.09.2008, 18:32
Wohnort: NRW

Re: Historisch korrekte Bekleidung auf Treffen

Beitragvon Kawaschrauber » 04.09.2017, 15:46

Moin Traktorfrende,
ich finde den Worten von Hendrik ist nichts mehr hinzu zu fügen. Zudem hat man durch die vielen Bilder in den Beiträgen viele Vorschläge zu passenden Bekleidungen parat.
Schöne Bilder übrigens - danke dafür.
Gruß
Ralf
Benutzeravatar
Shockwave
Moderator
Moderator
Beiträge: 978
Registriert: 12.11.2009, 20:07
Wohnort: Fontainebleau (FRA)

Re: Historisch korrekte Bekleidung auf Treffen

Beitragvon Shockwave » 04.09.2017, 20:43

Tolle Bilder Hendrik und ein guter Link zur Kappe.
Harris Wolle.....das würde ja gut passen :mrgreen:

Allerdings nicht so auf dem u.s. Franzosen, vielmehr auf deinem Fordson..... :wink:

Bei der Kappe fiel mir auch gleich mein Großvater und sein Bruder auf der BAM ein, irgendwann in den 30ern.......

M.E. taugte Onkel Pits "Tracht" nicht nur zum Fahren eines Motorrades, sondern würde sich ebenso gut auf einem VK Lanz oder Stahldeutz machen.....ob er das schon wusste? :wink:
Bild

Ich bedanke mich für die bislang gute und fruchtbare Diskussion und den schönen Austausch.

Ich für meinen Teil bin und bleibe bei der Meinung, dass eine zeitgenössische Kleidung dem Hobby noch das gewisse Etwas verleiht, das I-Tüpfelchen, eine gewisse Form der Authentizität.
Ich sehe es nicht als Muss an. Das muss man höchstens wollen.

Und ich bleibe auch dabei: Gewisse Treckerkollegen kommen "ungeschminkt" und im Tagesanzug daher und fallen einfach auf (weil sie es vllt. auch wollen.....?) und andere eben mit einer eher sinnstiftenden Kleidung aus der Zeit und dem Landstrich Ihrer Maschine und bleiben dabei unaufgeregt bescheiden. Sehr angenehm.....
Gruß, Falko
JD X165 (2012) - JD 5055e (2011) - JD 212 (1979) - JD 110 (1966) - Energic 511 (1956) - MH Pony (1952) - JD B (1938) - JD E (1931) - JD GP (1928)
Es gilt das © für meine Bilder!
John Deere. Eine der 100 besten Marken der Welt.
Google Werbung
Sponsor
Registriert: Mi 18. Juni 2003, 00:00
Wohnort: Internet

Werbung

Beitragvon Google Werbung » Automatisch

Benutzeravatar
wink
Schlossermeister
Schlossermeister
Beiträge: 294
Registriert: 27.07.2012, 12:58
Wohnort: 92XXX

Re: Historisch korrekte Bekleidung auf Treffen

Beitragvon wink » 05.09.2017, 07:17

Servus,

hab gestern durch Zufall auf YT einen Deutz Werbefilm aus den 50ern gesehen.
Der Bauer da trug eine braune Kordhose, weiß-braun kariertes Hemd und immer einen Hut, egal wie warm oder kalt.
Link kann ich leider erst heute Abend posten.
MfG
Christoph
Benutzeravatar
Shockwave
Moderator
Moderator
Beiträge: 978
Registriert: 12.11.2009, 20:07
Wohnort: Fontainebleau (FRA)

Re: Historisch korrekte Bekleidung auf Treffen

Beitragvon Shockwave » 05.09.2017, 18:29

wink hat geschrieben:Link kann ich leider erst heute Abend posten.

Einen guten Link nehmen wir gerne Christoph, auch abends :mrgreen:

Vielmehr jedoch würde mich deine Meinung/Einstellung zu dem Thema interessieren. :D
Gruß, Falko
JD X165 (2012) - JD 5055e (2011) - JD 212 (1979) - JD 110 (1966) - Energic 511 (1956) - MH Pony (1952) - JD B (1938) - JD E (1931) - JD GP (1928)
Es gilt das © für meine Bilder!
John Deere. Eine der 100 besten Marken der Welt.
Benutzeravatar
wink
Schlossermeister
Schlossermeister
Beiträge: 294
Registriert: 27.07.2012, 12:58
Wohnort: 92XXX

Re: Historisch korrekte Bekleidung auf Treffen

Beitragvon wink » 06.09.2017, 00:05

Servus,

erst mal das einfache, der Link:

https://www.youtube.com/watch?v=ke6s_Ay ... jreload=10


Meine Meinung zu dem Thema: gute Frage. Ich hab bisher nicht wirklich eine. Den Eicher hab ich mir nicht vorrangig als Oldtimer gekauft um ihn auszustellen, sondern mehr als günstiges Arbeitsgerät und Einstiegsobjekt zum Schrauben an Landmaschinen.
Bisher hab ich nur an modernen PKW und Werkzeugmaschinen geschraubt. Auch auf einem Oldtimertreffen war ich bisher nie.
Ich glaube ich werde auch nicht so bald auf ein Treffen fahren. Schon gar nicht mit Eicher.
Auch wenn ich Versuche am Eicher möglichst viel original zu lassen, bleibt er für mich immer ein Werkzeug und als solches in letzter Konsequenz ein Verschleißteil und kein Vitrinenstück.

Nichtsdestotrotz werde ich den Thread weiter mitlesen, ich finde die Diskussion sehr spannend. ;-)
MfG
Christoph
Benutzeravatar
wink
Schlossermeister
Schlossermeister
Beiträge: 294
Registriert: 27.07.2012, 12:58
Wohnort: 92XXX

Re: Historisch korrekte Bekleidung auf Treffen

Beitragvon wink » 06.09.2017, 00:20

Halt schmarrn. Falscher Film, war der von Hanomag:
https://www.youtube.com/watch?v=azIwawHlkDk
MfG
Christoph
Benutzeravatar
Eddi
Kleinbauer
Kleinbauer
Beiträge: 132
Registriert: 05.11.2013, 10:05
Wohnort: Nähe Mainz

Re: Historisch korrekte Bekleidung auf Treffen

Beitragvon Eddi » 17.09.2017, 02:35

Hallo zusammen,
die Links sind prima. Hier noch ein Lehrfilm von Bosch über Dieselmotoren.

https://www.youtube.com/watch?v=PEtA_H6 ... vfmddt5a0g

Ebenfalls ein Beispiel für Arbeitssachen aus der Zeit. Meiner Meinung nach sollte man, was die Klamotten angeht, etwas differenzieren und nicht so eng sehen.
Bei einem Schleppertreffen im Freilichtmuseum, wie z.B auf dem Vogtsbauernhof im Schwarzwald oder Bad Sobernheim an der Nahe, passen historische Klamotten in den Rahmen der Veranstaltung. Bei einem Bauernmarkt oder Dorffest mit Schlepperausstellung sind weniger die Personen, sondern mehr die Fahrzeuge im Focus. Jeans und ein kariertes Hemd sind da völlig ausreichend. Da fällt man eher mit historischem Gewand auf.
Gruß Frank

Mein Eicher ist ein Teil der Familie.

Eicher ED22 (Bj 1955)
Benutzeravatar
tigerhamburg
Großbauer
Großbauer
Beiträge: 198
Registriert: 14.09.2015, 10:46
Wohnort: Das schöne Alte Land
Kontaktdaten:

Re: Historisch korrekte Bekleidung auf Treffen

Beitragvon tigerhamburg » 18.09.2017, 15:11

Moin,
auf der Anno 1920 Tractorshow in Belgien, hab ich mal das Fischkopfoutfit genommen, das kam gut an, das Freilichtmuseum am Kiekeberg hat dann auch den zweiten Preis für Vorführung und Präsentation bekommen ;)
Gruß Holger
21106884_677715759094661_8740561188061206866_n.jpg
Belgien 2017
Benutzeravatar
B.M.C.
Interessierter
Interessierter
Beiträge: 45
Registriert: 22.07.2017, 09:50

Re: Historisch korrekte Bekleidung auf Treffen

Beitragvon B.M.C. » 07.11.2017, 18:50

Guten Abend,

wirklich eine sehr interessante Diskussion! Ich komme vom Hof, bin auf dem Land aufgewachsen und bewirtschafte meinen Hof nun selber. Noch nie, zu keinem Zeitpunkt, never hatte ich das Gefühl, daß sich irgendjemand aus dem Kreis der in der Landwirtschaft körperlich tätigen Personen auch nur die geringsten Gedanken darüber gemacht hat, was er zur Arbeit trägt. Meine Mutter hat nur immer gesagt, man solle zusehen, daß man morgens nicht mit zerrissenen Klamotten aus dem Haus geht. Das war aber auch schon alles. Und vor zu weiter Kleidung hat natürlich die Berufsgenossenschaft gewarnt! Wissen wir alle. Das waren eigentlich die Eckpfeiler in meiner 70er Jahre Kindheit: intakt und enganliegend.

Man muß selbstverständlich beachten, wer da gerade auf dem Trecker sitzt. In meiner Heimat waren die Betriebe auch früher schon immer so groß, daß sie mindestens einen, eher mehrere "Gespannführer" beschäftigten, aus denen später die Treckerfahrer wurden. Auf der anderen Seite der Tarifpartnerschaft hat die Generation meines Großvaters nicht selbst gearbeitet. Man trug den ganzen Tag einen Anzug, vertrieb sich die Zeit in Vorständen und Aufsichtsräten der Zuckerfabrik oder der Molkerei, war im Landvolk engagiert, besuchte die Ausstellungen der Milchvieh- und Schafzuchtverbände, vielleicht mal eine Maschinenausstellung, spielte Karten um recht hohe Summen, ging zur Jagd. Und zählte ansonsten das Geld. Das war die Truppe, die den Kaiser noch miterlebt hat. Die Landarbeiter auf den alten Bildern sehen aus wie die auf den oben gezeigten Fotos.

Dann kamen die ersten Maschinen. Die Hanomag-Raupe kurz nach 1920, die großen Bulldogs zehn Jahre später. Ich denke nicht, daß sich deswegen nun jemand verkleidet hätte. Auf den zeitgenössischen Aufnahmen sehen die Landarbeiter recht schick aus. Mit Uhrkette und allem Klimbim. Hatten die wirklich eine Uhrkette dabei während der Arbeit? Oder wurde die wegen des Fotografentermins angelegt? Wir wissen es nicht.

Die Generation meines Vaters war hier in der Gegend die erste, die wirklich gearbeitet hat. Also produktiv, draußen, auf dem Acker. Und da kommen jetzt die Unterschiede: der Landarbeiter der 60er und 70er Jahre trug, und da kenne ich fast keine Ausnahme, eine Art zweiteilige Arbeitskluft, also Jacke und Hose aus verblichenem, oft geflicktem stabilem Stoff. Und zumeist einen ulkigen Cordhut! Ganz kecke zogen sich auch obenrum aus, etwa auf dem Drescher. Die (mitarbeitenden) Betriebsleiter hingegen trugen, wenn sie eher noch der älteren Generation zugehörten (nicht der ganz alten, die ich oben beschrieben habe!), meistens eine Kniebundhose, ein gepflegtes Hemd und einen Schlips. Die Generation meines Vaters hatte dann schon Jeans und Oberhemd (und ab der Weizenernte BW-Parka) an. Und obenrum ein Exemplar aus der obligatorischen Sammlung von "Tausendmorgenmützen". Ich weiß nicht, wie die korrekt heißen. Jeder Südostniedersachse weiß aber, was ich meine. Sie waren hier ebenso üblich wie anderenorts im Norden diese vermutlich aus dem Krieg mitgebrachten Gebirgsjägermützen. Günter der Treckerfahrer trägt eine solche Gebirgsjägermütze. Ihr wisst schon, wovon ich rede. Zumindest die ffn-Hörer unter Euch. Aber sowohl Tausendmorgen- als auch Gebirgsjägermützen waren den Bauern vorbehalten. Die Landarbeiter bzw. Treckerfahrer trugen jene besagten Cordhüte, die man vom Hausmeister Krause kennt. Da gab es eine klar abgegrente Klassengesellschaft! Die legitimen Nachfolger der Cordhüte sind diese Basecaps, die man häufig auf den Köpfen jüngerer Menschen sieht, auch wenn die Farm, auf der sie beschäftigt sind nicht in Kansas oder Oklahoma liegt.

Nun wage ich mal die Behauptung, der Großteil der aktuell im Umlauf befindlichen und als solche genutzten Oldtimertrecker, stammt aus dem Zeitraum von 1955 bis 1970. Eine der oben erwähnten britischen Ballonmütze aus Tweedstoff würde ich aber eher in den 20ern verorten. Die wäre also komplett fehl am Platze. Es sei denn, man hat das Glück, tatsächlich einen so alten Trecker zu besitzen. Engelbert Strauss-Klamotten wären natürlich auch ein no-go. Tracht trägt hier seit gefühlten 200 Jahren niemand mehr. Auf meinen Schleppern, die alle um 1960 das Licht der Welt erblickten und somit vielleicht bis 1970 oder 1975 ernsthaft eingesetzt wurden müsste ich also korrekterweise diesen ausgeblichenen blauen Arbeitsanzug tragen, den obersten Knopf schön geschlossen. Und einen lustigen Cordhut. Irgendetwas in mir sträubt sich aber, mich derart zu verkleiden. Jeans und Hemd (niemals T-Shirt, denn das ist genaugenommen Unterwäsche und hat zudem keine Brusttasche für die Zigarettenpackung!) trage ich ohnehin bei der Arbeit (und bei Kälte einen Parka). Also kann ich auch genauso mit meinen Oldies an die Öffentlichkeit treten. Zumal die Öffentlichkeit in meinem Fall aus den wenigen Besuchern kleinerer, privater Treffenbesteht, auf denen hauptsächlich gepflügt wird. Oder Kartoffeln gerodet. Was halt so anliegt. Auf Herumstehtreffen habe ich keine Lust. Und ein Besuch der Highlights, also Nordhorn oder Hänigsen ist für mich arbeitstechnisch leider nicht einzurichten.

Eine Spezialität beobachte ich hier in Niedersachsen bereits seit über 30 Jahren. Seit ich mich mit Treckern auf entsprechenden Veranstaltungen herumtreibe also. Es gibt eine Fraktion, die irgendwie für sich zu bleiben scheint. Die Dinos der Szene. Die ersten, die mit großem Glühkopf auftauchten. Ausnahmsweise mit Hanomag R40 oder Wasserdeutz. Der Uradel der Szene sozusagen. Die tragen hier in Niedersachsen seit jeher schwarze Kleidung und eine Art von Ledermütze, die so gar keinen Bezug zu landwirtschaftlichem Gerät zu haben scheint. Die älteren unter Euch kennen noch diese Band aus den 70ern. "Village People" hieß die. Und einer von denen hatte auch immer genauso eine Mütze auf. Googelt mal "Village People" und versucht mir dann zu erklären, wieso man sich als Teilnehmer eines Oldtimertreckertreffens so verkleiden muß, als hätte man stattdessen eigentlich auf eine CSD-Parade gehen wollen. Aber das nur so nebenbei...

Ich finde, jeder soll das anziehen, worin er sich wohlfühlt. Und, wie bereits jemand schrieb: meistens bleibt die Kleidung nicht sauber, also darf es auch Arbeitskleidung sein. Nur vielleicht nicht die von Engelbert Strauss, von der man hier in der Gegend sagt, daß sie ohnehin nur von den Inhabern sehr, sehr großer Ackerbaubetriebe etwa beim Abholen der Pflanzenschutzmittel getragen wird damit andere denken, man würde tatsächlich auch arbeiten. Wer wirklich arbeiten muß, trägt hier alles, aber nicht Engelbert Strauss...

Munter bleiben! ;)
Non est magnus pumilio licet in monte constiterit
Benutzeravatar
jweitzel
Kleinstbauer
Kleinstbauer
Beiträge: 109
Registriert: 13.10.2016, 11:48
Wohnort: Markgräflerland

Re: Historisch korrekte Bekleidung auf Treffen

Beitragvon jweitzel » 08.11.2017, 07:24

Ein sehr guter und qualifizierter Beitrag. Herzlichen Dank!
Grundsätzlich scheint mir das Thema geeignet für eine Arbeit in der Volkskunde. Leider kümmen die sich aber nicht um dererlei moderne Themen.

Johannes
Beinhart
Neuling
Neuling
Beiträge: 14
Registriert: 09.11.2017, 10:01

Re: Historisch korrekte Bekleidung auf Treffen

Beitragvon Beinhart » 09.11.2017, 10:40

Guten Morgen,

Bei der ganzen Diskussion wurde mindestens ein wichtiger Punkt vergessen: Handy und Smartphones und dergleichen. Die sollte man dann aber auch lieber Zuhause oder im Fahrerlager lassen, wenn man schon in einem authentischen Outfit auftreten möchte. Für Raucher gilt, nur das selber drehen einer Zigarette ist stilecht oder man hat den Baujahres entsprechenden Schlepper dabei, dann ist es Okay, wenn man die Marlboro Verpackung aus der Tasche zieht und mit einem Feuerzeug von Lidl anzündet. Bitte, je nach Baujahr des Schleppers, auch keine Bierflaschen mit Kronkorken dabei haben geschweige denn gebrauchen. Nur mit Bügelverschluss. Also mit Bügelverschluss liegt man immer richtig, weil den gab und gibt es bis heute. Wer sich ganz unsicher ist holt sich frisch gezapftes im Bierglas. Ist immer stimmig, auch wenn die Biergläser damals vielleicht auch einen andere Form hatten, aber mal will ja auch nicht zu pingelig sein.

Für Menschen die in keinem Verein sind wäre ein authentisches Outfit natürlich eine feine Sache. Für Vereinsmitglieder stellt sich die Frage eigentlich weniger, wenn sie Ihre Vereinsbekleidung tragen. Oldtimer Treffen die man nur besuchen kann wenn man stimmige Kleidung trägt sind genau so wichtig wie 130 Tausend Euro Nachbau- Eilbulldog, an denen außer dem Namen Lanz Bulldog am Steigrohr nichts mehr authentisch ist. Im Grunde eine interessante Diskussion, aber da können sich die Vertreter einer eventuellen "Jamaika- Koalition" auch über eine zukünftige wieder eher soziale Politik in Deutschland unterhalten. Das Ergebnis bleibt vorhersehbar. Na ja, den potentiellen Käufer des 130 Tausend Euro Eiler wird´s freuen....

Werner
Benutzeravatar
jweitzel
Kleinstbauer
Kleinstbauer
Beiträge: 109
Registriert: 13.10.2016, 11:48
Wohnort: Markgräflerland

Re: Historisch korrekte Bekleidung auf Treffen

Beitragvon jweitzel » 09.11.2017, 20:49

Trägt Dein Zynismus irgend etwas zur Klärung der Sache bei? Wenn Du das Thema für lächerlich hälst, dann lächle doch einfach in dich hinein.
Auch ich bin auf dem Land in einem Kuhkaff aufgewachsen, der zweite Krieg war noch vielerorts spürbar. Es war ziemliche Armut, der landwirtschaftliche Ertrag reichte eigentlich nur dafür, das Malochen auf dem Hof weiter zu führen. Allein schon aus Respekt vor dem Leben und der Lebensleistung dieser Menschen achte ich ihre Kleidung und bin auch gerne bereit, mich damit ernsthaft zu beschäftigen.

Johannes
Beinhart
Neuling
Neuling
Beiträge: 14
Registriert: 09.11.2017, 10:01

Re: Historisch korrekte Bekleidung auf Treffen

Beitragvon Beinhart » 10.11.2017, 04:04

Guten Morgen,

Was soll denn geklärt werden? Und was hat Deine miterlebte Armut in Kindertagen mit der Frage der Bekleidung auf Treffen zu tun? Und dann umschreibe mal Armut? Der Landbevölkerung ging es nach dem Krieg vielerorts besser als der in den zerbombten Städten. Nur wenn Jemand keine historisch korrekte Kleidung passend zum Schlepper auf Treffen trägt heißt das ja nicht, dass man nicht auch die Lebensleistung der damaligen Menschen achtet. Aber wie gesagt, es macht sowieso Jeder so wie er mag. Schön das man mal darüber gesprochen hat.

Werner

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 10 Gäste