Förderbeginn, Fördermenge Deutz MAH 711 Stationärmotor

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Hanomag R22
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Förderbeginn, Fördermenge Deutz MAH 711 Stationärmotor

Beitragvon Hanomag R22 » 11.03.2010, 11:35

Hallo zusammen
ich bin gerade dabei meinen Deutz Mah 711 Stationärmotor wieder zum Leben zu er wecken.
Er läuft auch, doch leider kommen regelrecht Flammen aus dem Auspuff und er qualmt sehr sehr schwarz.
Den Förderbeginn habe ich wie in der BTA geschrieben, auf Mittenposition eingestellt.
http://www.feldbahnseite.de/archiv/dat/strue_mae.pdf (Seite 34)
Ich denke er wird sich durch Allgemeinen Verschleiss eher ein wenig in Richtung spät verschoben haben. Aber in dieser Einstellung sollte es für den Anfang passen. Später will ich diesen über den Kurbelwinkel noch genau einstellen.

Mein eigentliches Problem lieget aber an der Schaltstange der Einspritzpumpe
Seite 32 der Betriebsanleitung.
Dort sollen 20mm eingestellt werden.
Wenn ich das tue, kann ich nicht mehr vorpumpen und den Motor auch nicht aus stellen wenn er läuft. Das ganze funktioniert nur wenn ich die Muttern weiter bei drehen, bzw das Maß 20 vergrößere.

Auf Seite 68 kann man erkennen wir die ESP Schaltstange innen drin auf gebaut ist.
Mir ist nichts aufgefallen was fehlen oder falsch sein könnte.
Wenn ich die 20mm einstelle und den Hebel auf Betriebsstellung stelle, hab ich ca 5mm Längsspiel am Hebel.
Ich habe aus zwei Motoren einen gemacht, Baujahr technisch liegen die aber nah zusammen 1948 und 1949, kann da vielleicht ein Fehler liegen.
Wer hat eine Idee?

Hier noch ein Bild des Motors.
Wenn er ordentlich läuft soll er auch noch lackiert werden
Bild

Von dem anderen Motor habe ich gerade diverse Teile in E-Bay gestellt.
Falls jemand etwas benötigt.
http://cgi.ebay.de/Einspritzpumpe-Deutz ... 500wt_1176

MFG
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Beitragvon Hanomag R22 » 11.03.2010, 22:10

Hallo
nach einem ganzen Tag am Deutz, glaube ich fast das Problem entdeckt zu haben.
Ich habe den Förderbeginn über die Gradangabe der Schwungscheibe so gut es gegangen hat eingestellt.
Hundert Prozent stimmt er noch nicht, da mein Pleullager zu viel Spiel hat, das muss ich noch erneuern.
Auch konnte ich den Inneren Totpunkt nicht genau ermitteln. Wollte den Kopf nicht noch mal demontieren. Ein Einstellrohr fehlt mir auch noch, habe es jetzt mit der Einspritzleitung gemacht und geschaut wann sich ein Tropfen bildet.
Die Einstellmöglichkeit meines Motors ist aber schon fast ausgeschöpft.
Nach dem der FB aber jetzt einigermaßen stimmt, konnte ich das Maß 20 fast genau einstellen.
Ich habe den Abstellhebel auf "Aus" gestellt und die Muttern so lange beigedreht bis beim durch drehen von Hand kein schnarren der Düse mehr zu hören war. Ein nachmessen ergab einen Wert von ca. 19,5.
Der Motor läuft mit dieser Einstellung eigentlich gut. Beim hoch beschleunigen gibt er schon ordentlich schwarz, aber wenn er seine Abregeldrehzahl erreicht hat ist das Abgas ok.
Ich denke das Einstellmaß stimmt nur bei richtigen Förderbeginn, durch Allgemeinen Verschleiß kann dieser aber normal ja nur Richtung spät "wandern".

MFG
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Beitragvon A.L.Z.E. » 09.01.2011, 14:51

Hallo 22er hab da mal ne frage und zwar.
Ich habe selbst auch einen Deutz MAH 711 und möchte diesen bald technisch restaurieren. Jetzt meine frage. Wenn ich den Motor bei stillstand am Schwungrad hin und her pendeln lasse ist ein lautes klackern zu höhren. Kann ich jetzt davon ausgehen das meine lager im innern des Motors zuviel spiel haben? Oder kann dieses Geräusch von etwas anderem kommen.

MfG A.L.Z.E.
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Beitragvon Hanomag R22 » 09.01.2011, 15:06

Hallo
Kannst du das klacken genauer lokalisieren?
Das könnte meiner Meinung mehrere Ursachen haben.

Gruß
Pierre
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Beitragvon A.L.Z.E. » 09.01.2011, 21:33

Ich würde sagen das klackern ist im Kurbelgehäuse.

gruß A.L.Z.E.
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Beitragvon Hanomag R22 » 09.01.2011, 21:44

Du kannst ja mal am Motor hinten die Abdeckung öffnen.
Wenn du dann das Schwungrad bewegst siehst du schon mal wieviel spiel das Pleullager haben kann.
Zur Info, meines hat ca 0,8mm Spiel. Der Motor hat dadurch schon ein lauteres Laufgeräusch, aber da er nicht oft läuft, macht mir das nicht viel.
Das Klackern kann aber auch andere Ursachen haben, es muss kein direkter Schaden sein. Z.B Ventiltrieb oder Einspritzanlage.
Wenn du den Deckel herunter hast, kannst du ja mal das Pleul öffnen, den Kolben ganz nach vorne auf OT schieben und dann die Kurbelwelle drehen soweit es geht. Damit kannst du das Geräusch eventuell eingrenzen.
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Beitragvon jaki » 10.01.2011, 16:52

Hallo Hanomag R22

ich hab jetzt auch einen 711er Diesel.
hab ihn bis jetzt fast fertig.
jedoch will die ESP nicht so wie ich will :roll:

per Hand kann ich die Einspritzdüse schön auslösen, aber mit Kurbeln geht gar nichts.
allerdings kann ich, wenn die Düse nich angeschlossen ist (nur die Leitung) , mit Hand, und Kurbeln Pumpen.

vielleicht hast du ja eine Idee.

Mfg. Jakob
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Beitragvon Hanomag R22 » 10.01.2011, 17:17

Hallo
es gibt mehrere Einstellungen an der Einspritzpumpe und Düse.
Der Düsenöffnungsdruck sollte 120bar betragen. Diesen und das Strahlbild würde ich zuerst mal kontrollieren (z.b. LAMA-Werkstatt).
Als nächstes kann die Fördermenge und der Förderbeginn verstellt sein.
Der Förderbeginn läuft immer nach Spät weg. Bei meinem Motor ist alles schon soweit verschlissen, das ich mit der Einstellmöglichkeit am Ende bin, er aber eigentlich immer noch zu spät liegt.
Diesen zu prüfen ist etwas aufwendiger. Entweder über den Kolbenweg (Am besten Zylinderkopf weg) oder über den Kurbelwinkel (Schlecht bei ausgefahrenem Pleullager).
Die Fördermenge wird über die Stange am Abstellhebel eingestellt. Dort dran befinden sich zwei Einstellmuttern (Feingewinde, gekontert). Wenn du genau hinsiehst erkennst du eine Makierung. Von dort aus zur ersten Mutter sollen es 20mm sein. So genau ist diese Einstellung nicht.
Was bei deinem Motor noch sein kann, was für ein Baujahr ist es?
Bei einem bestimmten Baujahr wurden die Motoren mit sogenannter "Reglerfalle" ausgerüstet. Dies ist ein Mechanismus mit dem deine Startmenge eingestellt werden kann. Falls dein Motor diese hat, würde ich mal kontrollieren ob diese eingeschaltet ist oder vielleicht hängt.
Hier ist die Bedienungsanleitung zum Mah 711, dort steht schon einiges drin am besten mal lesen (Version mit Reglerfalle).
http://www.feldbahnseite.de/archiv/dat/strue_mae.pdf

Gruß
Pierre
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Beitragvon jaki » 10.01.2011, 18:53

also ich hab einen von 1942
da trifft die Reglerfalle nicht zu.

ich glaub das der Nocken der Einspritzpumpe arg verschlissen ist.

was Förderbeginn betrifft: Den stell ich nach wenn der Deutz beim ersten Probelauf nicht so richtig läuft.

ich glaub der hier ist der Übeltäter:
Bild

ich werde ihn am Do dann gleich zerlegen.

Mfg. Jakob
Und nochmak Danke für die Hilfe :wink:
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Beitragvon Hanomag R22 » 10.01.2011, 19:39

ich finde der Nocken sieht noch gut, meiner war schlimmer, ich hab ihn dann ersetzt, der sieht so aus wie deiner, ich tippe eher auf eine Einstellungssache.
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Beitragvon jaki » 10.01.2011, 20:01

dann gehört das so das der Nocken auf der Unterseite so schräg abgeschliffen ist? naja, aber irgenwo hat sich sicherlich was ausgehakt.

der Förderbeginn ändert ja auch nichts daran das nichts aus der Düse kommt. Ist auch egal wieviel Druck ich die Düse einstelle.

werde mal schaun was sich beim zerlegen ergibt.
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Beitragvon Hanomag R22 » 10.01.2011, 20:08

Nein, das ist nicht egal, wenn die Düse zu hoch ist, schafft es die Pumpe diese nicht zu öffnen. Die kann ruckzuck verstellt sein, meine am Hanomag hat sich mal von 125 auf 170 Bar verstellt, so viel wird die Deutzpumpe nicht schaffen.
Ja der Nocken muss so schräg sein. Der Deutz hat eine Schrägnockeneinspritzpumpe. Der Nocken wird zur Fördermengenregulierung senkrecht bewegt.
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Beitragvon jaki » 10.01.2011, 20:40

ok!
Danke für die Hilfe.

Ich hab die Düse ja eh nicht strammer gestellt, sondern immer ein wenig lockerer.
kam nich mal ansatzweise was raus.

wieviel Weg sollte der Stössel der den Pumpenkolben bewegt denn haben?
habs im www nicht gefunden.

Mfg. Jakob
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Beitragvon Hanomag R22 » 10.01.2011, 21:13

Ich würde sagen der macht max 1-2mm.
Schau dir das gepostete Bild mal an. Dadrauf kannst du ungefähr abschätzen wie groß der maximale Hub ist.
Wie weit sind die Einstellmuttern von der Makierung am Vorpumphebel entfernt (Siehe Anleitung Seite 32)?
Was auch sein kann, ist das in deiner Pumpe die Rückschlagventile undicht sind. Dadurch entlüftet sie nicht richtig. Ist sie denn jetzt richtig entlüftet?

Du kannst die Pumpe ohne bedenken zerlegen. Die Einstellung erfolgt über die Muttern. Musst nur aufpassen wie es wieder zusammen kommt.
Bei mir war der Kolben verschlissen. Kostet so ca 40 Euro, ist nichts großartiges. Ich hab meinen von http://www.historische-ersatzteile.de/
Ist ein sehr netter Mann der einem gerne weiter hilft, die Preise sind auch sehr fair finde ich.
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Re: Förderbeginn, Fördermenge Deutz MAH 711 Stationärmotor

Beitragvon jaki » 17.12.2011, 16:26

Es ist zwar schon fast ein Jahr her, aber heute habe ich das Rätsel gelöst....

Durch zufall habe ich eine 2.Pumpe von einem MAH711 ergattern können!

Nun konnte man die beiden Pumpen sehr gut miteinander vergleichen, und es zeigte sich dass die Ventile und auch das Pumpenelement nicht original waren.
Das heißt:
Der bei mir verbaute Stößel hat einen Durchmesser von 5mm anstelle von 6.5mm. Daraus folgt bei gleichem Pumpenhub nur die halbe Fördermenge.... desshalb ist er immer nach 5 Zündungen verreckt und konnte sich nicht mal selbst am laufen halten...

Die umgebauten Ventile zwar dicht, aber die Abdichtung zwischen Ventilführung und Pumpengehäuse funktionierte warscheinlich nicht einwandfrei....

Ich tausche einfach die Ganze Pumpe, und dann wird er schon laufen.... hoffentlich

Mfg. Jakob

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