Durchgehender Motor - Wie kann man so etwas nur machen?

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Trecker D
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Durchgehender Motor - Wie kann man so etwas nur machen?

Beitragvon Trecker D » 12.07.2011, 23:06

Moin!
Haben ja wohl einige von Euch gehört oder gesehen, dass Jemand ums Leben gekommen ist, weil der Motor durch gegangen ist. Ich meine mit "Durchgehen" ein stete Drehzahlerhöhung - ohne das man mit Gaswegnehmen Einfluss drauf hat, bis der Motor sich zerlegt und im schlimmsten Fall einen Umstehenden verletzt.
Im folgenden Link kommt niemand körperlich zu Schaden. Aber es tauchen noch viele weiter lebensgefährliche Gefahren auf:
http://www.youtube.com/watch?v=AG1MnXkH ... r_embedded

Da fragt man sich, wann ist der Zeitpunkt für den Rückzug gekommen?
Sollte man nicht vorher überlegen, was zu tun ist, wenn er durch geht. Mal drauf geachtet, wann der Dieselhahn zu gedreht wurde? Und die Gasflasche???


Übrigens, hat jemand ne Idee wofür der Balg/Ballon rechts hinten im Film ist?

Passt auf und geht lieber eher in Deckung!

Chereeo

PS: Hier gab es mal das Thema "Wie kann man soetwas nur machen" - ich finde es nicht mehr....
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Deutz E3.4 ( Leuchtgasmotor Bj. 1902)
und und und...
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Beitragvon Sierra » 13.07.2011, 07:09

Das Problem hier ist, daß es ein Zweitakt-Diesel ist, der Öl ansaugt.

Sonst nach Reparaturen an Motoren immer einen Schraubenschlüssel in der Hand halten, mit dem man schnell die Einspritzleitungen lösen kann.

Wurde hier erst kürzlich behandelt.

Gruß
Michael
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Beitragvon F20GH » 13.07.2011, 07:17

Die liegende Gasflasche im Vordergrung wird Druckluft beinhalten und dient zum Starten des Motors.
Und wenn man die Kommentare desjenigen liest, der das Video hochgeladen hat, dann weiß man, dass er nicht wegen zuviel Diesel "durchgegangen" ist, sondern wegen zu hohem Ölstand im Kurbelgehäuse!
Insofern bringt das Zudrehen des Dieselhahns in diesem Fall gar nichts.
Der "Ballon hinten rechts im Film" ist eine Plastiktüte oder ein Stück Folie, das sich im Wind bewegt, hat nichts mit dem Starten des Motors zu tun.
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Beitragvon jaki » 13.07.2011, 10:39

Die hätten den wenigstens besser beschweren bzw. niederhängen können... dann hätten sie dieses Problem bereits aus dem Kopf...

aber wenn er hochdreht bis zum Tod, .... einfach aus der Schusslinie gehe....
Da brauch ich nicht lange überlegen ob der Motor oder Ich wichtiger bin .....

Mfg. Jakob
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Beitragvon Hinnerk » 13.07.2011, 11:04

Frage:
Wieso Öl im Kurbelgehäuse? Das ist doch ein Zweitakt-Glühkopfmotor mit Kurbelkastenspülung...

Ews gibt auf Youtube übrigens mehrere "schöne" Videos von Lanz-Glühkopfbulldogs, die beim Starten durchgehen... das ist um einiges beängstigender. Da mcht so ein Glühkopf locker seine 2.000 U/min...

Gruß, Hendrik
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Beitragvon Andy K. » 13.07.2011, 16:46

Das Problem was die haben ist nicht die Drehzahl. Die hätten den Motor gut verzurren müssen.
Und für einen 2 Takter hat der auch nicht so übermäßig hoch gedreht. (hört man schön bei 2,33min). Einen 4 Takter bei gleicher Drehzahl hört man nur halb so oft verbrennen...

Gruß Andy
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Beitragvon Rohölzünder » 13.07.2011, 17:50

Hallo,

Auch ein Glühkopf- Zweitaktmotor hat Öl im Kurbelgehäuse. Der Kolben steift es ja auch etwas in das Kurbelgehäuse zurück. Von den Außenlagern tropft auch Öl in´s Gehäuse. Wenn die Absaugpumpe dann nicht funktioniert und der Öler reichlich eingestellt ist kann nach ein paar Tagen Standzeit so ein Durchgehen vorkommen.

Gruß Gordon
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Beitragvon GÜLDNER A3KA » 13.07.2011, 20:11

Ein bekannter von mir hat einen 4 Liter lanz Halbdiesel, der dem auch mal durchgegangen ist. Der hatte den mit seinem Ihc 624 angezogen un´d der drehte dann auch viel höher als 2000 Umdrehungen. Der hat aucch sofort die Spritzufuhr gekappt, weil dem schon im Voraus gesagt wurde, dass dies schonmal vorkommt. Dann haben die versucht den Lanz abzuwürgen mithilfe des Eigengewichtes des Ihc, da die eine Abschleppstange verwendet hatten, aber der lanz hat den so weggeschoben.
Am Schluss haben sie einfach gewartet bis der Motor den Geist aufgab und sind in Deckung gegangen.
Kurz vor Ende kamen dann auch angeblich Metallteile aus dem Auspuff geflogen.
mfg Max
'N bisschen Blech,

'n bisschen Rohr,

fertig ist der Fendt Motor.
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Beitragvon BUMI45 » 20.07.2011, 09:29

Moin, zu dem Video gibt es noch den ersten "Startversuch". Dort sind mehrere Startversuche mit mehrfachem Vorpumpen vorgenommen worden. Der Kraftstoff läuft an die Wandung des Zylinders und tropft in die Kurbelwanne. Es ist also genug Kraftstoff vorhanden, der in den Brennraum nachgefördert werden kann.
Einzige Möglichkeit zum Stoppen ist, ihm die Luft zu nehmen. Das versucht einer mit Lappen an einer Ansaugklappe. Weil der Motor zwei hat, ist das vergebens.
Meist fängt sich so ein Motor nach kurzer Zeit, wenn nicht, geht er nach einiger Zeit fest, was oft verbogene Pleuel oder Kurbelwellen zur Folge hat.
Bei meinen Mototren ist mir das selten passiert, trotzdem habe ich einen Bremsbalken in Bereitschaft. Beim ersten Anzeichen einer nicht durch Einspritzung verursachten Drehzahlerhöhung würge ich den Motor etwas runter. Öl aus der Kurbelwanne reißt er erst mit hoch, wenn bei höherer Drehzahl starke Verwirbelungen im Kurbelkasten entstehen.
Bei meinen Motoren sind die Öler auf maximum gestellt. Dadurch sammelt sich Öl im Auspuff, das nach dem Abstellen zurück läuft. Wenn man dann einige Zeit später erneut startet, zieht er Öl von der Zylinderwandung und wir schnell - deshalb der Bremsbalken.
Gruß, Burgfried
Bernd4300
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Re: Durchgehender Motor - Wie kann man so etwas nur machen?

Beitragvon Bernd4300 » 04.01.2012, 20:50

Hallo....

Ich bin seid heute neu hier.
Früher hatten wir landwirtschaft u. aus dieser zeit habe ich noch einen Fiat 315 DT Allrad u. Ley Frontlade...Der Schlepper hat so 5000 Stunden u. ist aus 1967.

Nun hatte er zum wiederholten die Zylinderkopfdichtung defekt u. steht seid jahren in der Ecke. Der fehler ist, das am Block um die Laufbuchsen herum Teile weggerostet sind....

Gibt es hier Jemanden welcher ahnung hat oder Jemanden kennt welcher noch teile, vielleicht sogar einen Motor für diesen Schlepper hat...

Wäre super:-)

gglg Bernd
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Trecker D
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Re: Durchgehender Motor - Wie kann man so etwas nur machen?

Beitragvon Trecker D » 04.01.2012, 21:51

Moin!
Herzlich Wilkommen im Traktorhof!
Leider bist Du mit dem Forum noch nicht vertraut und hast Deinen Beitrag in einen falschen Bereich getippt. Allein deswegen, dürfte Hilfe eher nicht zu erwarten sein. Mache Dich mit den Themenbereichen vertraut.
Du bist vermutlich auf dieses Thema gekommen, weil ich auch einen DT315 mit Ley - Frontlader (siehe Signatur ) habe.

Mit lächerlichen 5000 Std. ist Deiner mal gerade eingefahren!! Ein super solider Schlepper - ohne Frage. Ich an Deiner Stelle würde alles in Bewegung setzen, um den Motorblock zu erhalten. So schlimm werden die Roststellen doch nicht sein. Die kommen eher am Kopf vor. Motor raus, zerlegen und den Block planschleifen lassen. Die Zylinderbuchsen solltest Du dabei ohnehin heraus ziehen ( eine Vorrichtung dafür kann ich Dir gern beschreiben ), weil die "nassen" Zylinder über O-Ringe zum Block abdichten und vermutlich versprödet sind. Bei der Montage muss man dann noch das Spaltmaß beachten. Solltest Du so vorgehen, frag ruhig, mir liegt unter anderem das orginale Werkstatthandbuch vor.

Übrigens hast Du eine PN (persönliche Mitteilung) erhalten - schau mal eingelockt ganz oben unter "Nachrichten".

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